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Düsseldorf
Benzinpreise ziehen vor Ostern an

Benzinpreise ziehen vor Ostern 2017 an
FOTO: ADAC, Grafik: Ferl
Düsseldorf. Der Ölpreis ist gestiegen. Das macht sich pünktlich zur Ferienzeit auch an den Zapfsäulen bemerkbar. Von E. Schierl und T. Karrasch

Die gestiegenen Spritpreise an den Zapfsäulen sorgen bei Autofahrern aktuell für schlechte Laune, vor allem bei denjenigen, die sich auf dem Weg in den Osterurlaub befinden. Zu Beginn der Ferien kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,37 Euro, Diesel 1,17 Euro. Ende März waren die Kraftstoffe noch jeweils gut vier Cent günstiger.

Der Grund für die aktuell hohen Preise ist dem ADAC zufolge aber nicht der Ferien-Effekt, sondern der im Vergleich zum Dollar schwache Euro und der Anstieg des Ölpreises. Dieser lässt sich unter anderem auf die US-Attacke auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt in der vergangenen Woche zurückführen. "Globale Risiken haben regelmäßig auch Auswirkungen auf den Ölpreis", sagt auch ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands.

Mit weiteren Preisanstiegen in den kommenden Tagen rechnen die Experten nicht. "Ich denke, dass es keine kräftigen Ausschläge nach oben geben wird", so Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen

Hohe Benzinpreise gehörten lange traditionell zur Osterzeit wie Nester mit bunten Eiern. Steigerungen von fünf bis zehn Cent ohne erkennbaren Grund seien früher vor den Ostertagen nicht unüblich gewesen, so ein ADAC-Sprecher. Den Verdacht, dass die Preise zum Ferienbeginn an den Tankstellen durch die Mineralölkonzerne künstlich und abgesprochen hochgeschraubt wurden, konnte das Bundeskartellamt jedoch nie nachweisen.

Seit vier Jahren herrscht Transparenz auf dem Spritmarkt, seitdem gibt es beim Kartellamt die "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe". An diese müssen alle knapp 14.500 Tankstellen im Bundesgebiet ihre Preise in Echtzeit übermitteln. Mithilfe von Tank-Apps können Autofahrer dann die jeweiligen Preise vergleichen.

Die Transparenzstelle hat einen doppelten Nutzen für Verbraucher: Zum einen können sie überprüfen, welche Tankstelle im Umkreis am günstigsten ist, außerdem erhöht die Preistransparenz die Konkurrenz zwischen den Tankstellen.

Nach Angaben des Sprechers des Mineralölverbands führt das zu stärkeren Preisschwankungen im Tagesverlauf: "Die Tankstellen geraten in einen Wettbewerb um den niedrigsten Preis, was natürlich vor allem die Verbraucher freut." Das Bundeskartellamt spricht von bis zu 30 Cent Preisunterschied an einem Standort im Tagesverlauf.

Der ADAC rät daher den Autofahrern, beim Tanken vor allem auf die Tageszeit zu achten. "Morgens starten die Konzerne mit hohen Preisen, im Tagesverlauf wird es günstiger. Die beste Zeit zum Tanken ist meistens der Nachmittag", sagte ein Sprecher.

Wer über die Ostertage ins Ausland fährt, kann dort gegebenenfalls von günstigeren Spritpreisen profitieren. Laut ADAC tankt man in Österreich, Polen und Tschechien billiger als hierzulande. In Italien, Niederlande und Dänemark ist der Benzinpreis hingegen deutlich höher als in Deutschland.

Quelle: RP
 
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