Gespräch suchen: Als Gemobbter nicht in Opferrolle fügen
zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 10:49Berlin (RPO). Wer sich am Arbeitsplatz gemobbt fühlt, sollte das nicht ignorieren. Auch hier wie im übrigen Leben gilt: Angriff ist die beste Verteidigung. Am besten spricht man den oder die betreffenden Kollegen direkt an, idealerweise zunächst unter vier Augen.
Das Gespräch unter vier Augen gebe dem Mobber die Chance, einzulenken und trotzdem das Gesicht zu wahren, sagt Professor Wolfgang Gaebel von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin.
Zwar kostet es Überwindung, das Gespräch zu suchen. Andauerndes Mobbing zermürbt aber, warnt Gaebel. Wer es still über sich ergehen lässt, wird innerlich immer angespannter und hilfloser. Betroffene sollten sich auch fragen, warum sie sich bestimmte Dinge so zu Herzen nehmen und ob sie besonders sensibel für Konflikte und Herabsetzungen sind.
Gaebel rät außerdem, der Ursache für das Mobbing auf den Grund zu gehen. Oftmals richtet sich der Ärger des Verursachers eigentlich gegen den Chef, den Betrieb oder die eigene Lebenssituation, der Gemobbte ist nur ein "Ersatzziel". Diese Erkenntnis löst den Konflikt zwar nicht, aber sie trägt dazu bei, sich weniger persönlich bedroht zu fühlen.
Mobbing kann zu Kopfschmerzen, Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich oder dem Herz-Kreislauf-System sowie zu Depressionen und Arbeitsunfähigkeit führen. Im schlimmsten Fall kann es Selbsttötungen nach sich ziehen.
Internet: Patientenportal www.psychiater-im-netz.de
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

