Stellensuche: Jeder fünfte Bewerber würde lügen
VON CHRISTOPHER WECKWERTH - zuletzt aktualisiert: 17.02.2012 - 08:03Düsseldorf (RPO). Die Stellensuche gestaltet sich in Deutschland trotz der sich langsam erholenden Wirtschaft vielerorts schwierig. Viele Bewerber wären daher auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen bereit.
Was würden Sie tun, um der stockenden Jobsuche auf die Sprünge zu helfen? Vielleicht probieren Sie es mal damit, einen Tag lang als Hot Dog verkleidet durch die Fußgängerzone zu gehen. Absurd? Einer Umfrage zufolge würde Ihnen jeder Sechste da widersprechen.
Denn so es denn die Chancen auf eine gute Stelle erhöhte, wären rund 17 Prozent der Befragten zum vorgezogenen Karneval bereit. Immerhin 22 Prozent würden zudem ihre Tugenden vernachlässigen und die Bewerbungsunterlagen bewusst schönen. Das ergab eine Online-Umfrage des Beratungsunternehmens SHL unter 1.000 Teilnehmern.
Hohe Bereitschaft unbezahlt zu jobben
Noch beliebter sind allerdings ernsthaftere Maßnahmen, auch wenn dort keine Einigkeit besteht. An ein „Zaubermittel“ glauben Arbeitssuchende also nicht. Etwas mehr als ein Drittel würde sich im Internet auf sozialen Plattformen besser darstellen, um die Attraktivität für potenzielle Arbeitgeber zu steigern. Ähnlich viele würden ein Feedback-Verfahren zur eigenen Persönlichkeit ausprobieren.
Die Bereitschaft zu unbezahlter Probearbeit ist deutlich höher. Noch immer scheint die „Generation Praktikum“ nicht ausgedient zu haben. Drei Viertel der Befragten wären jedenfalls bereit, drei Monate oder länger unentgeltlich Berufspraxis zu sammeln. Das scheint nötig, denn der Studie zufolge suchen knapp zwei Drittel der Bewerber länger als sechs Monate nach einer Stelle.
Die Bereitschaft für psychologische Tests kommt bei der Beraterfirma erwartungsgemäß gut an. „Psychometrische Verfahren für ein besseres Verständnis über kommunikative, soziale oder persönliche Kompetenzen können eine gute Basis für zuversichtlichere Bewerbungsgespräche und eine gezieltere Auswahl geeigneter Stellen sein“, sagt Vice President Oliver Barth. In die Verlegenheit zu flunkern komme man dann erst gar nicht mehr.
Noten sind Bewerbern nicht so wichtig
Könnten die Bewerber die Seiten wechseln, wären vielen von Ihnen die Noten übrigens gar nicht wichtig. Nur jeder Zehnte gab an, als Arbeitgeber darauf am meisten Wert zu legen. 54 Prozent glauben, anhand der Bewerbungsunterlagen innerhalb von fünf Minuten die Eignung feststellen zu können. Knapp die Hälfte würde nach den Bewerbern im Netz suchen (43 Prozent) und die bisherigen Zeugnisse begutachten (50 Prozent).
Sollte es trotz der Ratschläge weiterhin stocken, sind zusätzliche Fortbildungen und Lehrgänge denkbar. Die tatsächliche Qualifikation würde das in jedem Fall eher stärken als falsche Angaben in der Bewerbung.
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