Klischeebeladen, aber krisenfest: Berufsziel Consulter
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 13.12.2009 - 12:03Düsseldorf (RP). Unternehmensberatungen stehen im Ruf, nur Wirtschaftswissenschaftler zu beschäftigen. Dabei bieten sie eine Perspektive für Absolventen verschiedenster Studienfächer.
Das Berufsbild des Unternehmensberaters hat noch immer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Die beiden gängigsten sind zum einen, dass Consulting-Firmen im Rahmen ihrer Strategieentwicklung vor allem auf die Entlassung von Mitarbeitern setzen, zum anderen, dass in der Branche ausschließlich Wirtschaftswissenschaftler beschäftigt seien.
Dabei ist die Consultingbranche vielfältiger als angenommen. Roland Berger Strategy Consultants, eine international tätige Unternehmensberatung, beispielsweise gibt an, dass nur nur noch rund die Hälfte seiner Mitarbeiter Wirtschaftswissenschaftler seien. Die andere Hälfte setze sich zusammen aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Historikern, Geisteswissenschaftlern und sogar Theologen - eine berufliche Perspektive also für Hochschulabsolventen jeglicher Couleur.
Auch dank ihrer Vielfältigkeit hat sich die Branche vergleichsweise stabil durch die Wirtschaftskrise manövriert. Im Jahr 2008 stieg der Umsatz um 10,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Dabei waren die ersten drei Quartale von einem ähnlich hohen Nachfrageverhalten wie im Rekordjahr 2007 geprägt, erst im vierten Quartal machten sich die Auswirkungen der Krise bemerkbar. Nichtsdestotrotz hat sich die Mitarbeiterzahl im Jahr 2008 um fast zehn Prozent auf 86.000 Berater in 13.600 Beratungsfirmen erhöht.
Für das aktuelle Jahr erwartet der Branchenverband BDU trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes im Gesamtmarkt ein Umsatzplus von knapp drei Prozent. Denn trotz oder vielmehr wegen der Krise bleiben externe Berater gefragt. In Not geratene Unternehmen benötigen Unterstützung insbesondere in Sachen Kostenreduzierung und Risikomanagement.
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