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Studie: Bewerber werden nur selten gegoogelt

zuletzt aktualisiert: 30.01.2011 - 15:24

Erfurt (RPO). Jobsuchende können aufatmen. Der googelnde Personaler ist offenbar ein Mythos. Es fehlt meist ganz einfach die Zeit, um Bewerber auch noch mithilfe von Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken zu durchleuchten, so eine neue Studie.

Vielen Personalabteilungen sei der Zeitaufwand für einen vorherigen Check der Bewerber im Internet zu hoch, sagte Heiner Stahl von der Universität Erfurt. "Der googelnde Personaler ist ein urbaner Mythos", so der Kommunikationswissenschaftler. "Vielen Studien, die das behaupten, fehlt eine empirische Grundlage. Vom gläsernen Bewerber sind wir weit entfernt."

Für die Experten in den Personalabteilungen sei das überhaupt kein Thema. Vom "schnüffelnden Personaler" oder dem "Karriere-Killer Internet" könne keine Rede sein. Eine Studie im Bachelorstudiengang Kommunikationswissenschaft, die den Einfluss von sozialen Netzwerkseiten auf den Rekrutierungsprozess untersucht, habe das bestätigt. "Zwischen Unternehmensrealität und medialer Präsenz klafft eine große Lücke", sagte Stahl.

Das klassische Bewerbungsverfahren verlaufe immer noch "analog". Geeignete Kandidaten würden, wenn überhaupt, erst zum Ende einer Bewerbungsphase "digital durchleuchtet". "Nur wenn zwei oder drei Bewerber gleich gut sind, recherchieren manche Unternehmen noch einmal im Internet." Ausschlaggebend für eine Anstellung seien nach wie vor der persönliche Eindruck.

Eine gute Präsentation in den sozialen Netzwerken könne aber nicht schaden. Da der Einfluss des Internets auf den Rekrutierungsprozess wachse, sollte auch die digitale Welt in die Planungen mit einbezogen werden. Stahl rät, sich zwei Profile anzulegen: "Ein Freizeitprofil, das ich privat nutze und in den Einstellungen 'unsichtbar' mache, und ein Bewerbungsprofil, das meinem Arbeitgeber sehen darf." Überzeugen müsse der Bewerber aber letztlich nicht online, sondern offline.

Quelle: tmn/mais

 
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