Stress im Endstadium: Burnout: Wenn die Batterie leer ist
zuletzt aktualisiert: 08.03.2004 - 08:58Plötzlich reicht das lange Ausschlafen am Wochenende nicht mehr. Auch mit dem Yoga zur Entspannung klappt's nicht mehr - das Gefühl der Erschöpfung bleibt. Dann ist es an der Zeit, sich über Burnout Gedanken zu machen.
Bekannt ist das Burnout-Syndrom auch als Chronic Fatigue Syndrom (CFS) - als chronisches Müdigkeitssyndrom. Doch wie man es auch nennt, das Gefühl kommt nicht über Nacht. Das Gegenteil ist der Fall. Der Weg zum Burnout ist ein schleichender Prozess über einen längeren Zeitraum. Am Anfang der Entwicklung steht meist ein - vor allem berufliches - Überengagement. Symptome wie Erschöpfung, dauernde Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder Verdauungsprobleme können sich einstellen. Dem Überengagement kann eine Phase der Desillusionierung folgen. Negative Gefühle sich selbst gegenüber und häufige Konflikte mit anderen können die Folge sein.
Komplexes Krankheitsbild
Ist der Zustand einer andauernden Erschöpfung erst einmal erreicht, kann das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Körpers trügerisch sein. Dann spätestens ist der Zeitpunkt gekommen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer diese in Anspruch nimmt, bei dem muss zunächst ausgeschlossen werden, dass er tatsächlich körperlich krank ist. Ist der Betroffene körperlich gesund, kann CFS in Betracht kommen. Es folgen eine genaue Analyse der Lebensumstände sowie der Nahrungsgewohnheiten. Da das Krankheitsbild so komplex ausfällt, kann es natürlich auch keine standardisierte Therapie geben. Für den einen kann das bedeuten, dass er seine Essgewohnheiten wegen Vitaminmangels umstellen muss. Für den anderen heißt es dagegen vielmehr, psychische Probleme aufzuarbeiten.
Was man vorbeugend tun kann
Betroffen von den Krankheitsbildern sind Menschen unter Dauerstress. So erhielt Burnout auch die Bezeichnung von Stress im Endstadium. Wenn gesundheitsschädlicher Dauerstress als Nährboden für das Burnoutsyndrom anzusehen ist, ist es nur folgerichtig, es durch Antistressstrategien gar nicht erst bis zum Burnout kommen zu lassen. Die Methoden reichen von Autogenem Training über Progressive Muskelentspannung bis zum Sport. Viel gewonnen ist schon, wenn das Problem Dauerstress und Burnout - vor allem am Arbeitsplatz - als Problem wahrgenommen wird.
Oft brennen Menschen aus, die besonders hohe Anforderungen an sich in Beruf und Familie stellen. Die eigene Lebensauffassung kann ihrer Gesundung im Wege stehen. Bleiben die Anforderungen unrealistisch hoch, nützen die besten Anti-Stress-Übungen nichts und eine Besserung bleibt aus.
Burnout ist schwer zu fassen
Der medizinische Begriff Burnout beschreibt einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Der Unterschied zu gewöhnlicher Erschöpfung liegt in der Dauer. Beim Burnout kann der Zustand von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren im Extremfall andauern.
Inzwischen ist für immer mehr Berufsgruppen das Burnoutsyndrom beschrieben worden. Dazu gehören Krankenschwestern, Lehrer, Hausfrauen und Journalisten. Auffällig ist die Häufung bei helfenden Berufen. Anzumerken bleibt allerdings, das in der Wissenschaft trotz intensiver Forschung und zahlloser Veröffentlichungen weiterhin um eine eindeutige Definition der Krankheit Burnout gerungen wird.
Matthias Burisch: Das Burnout-Syndrom, Springer Verlag, 262 Seiten, 27,95 Euro
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