Schweinegrippe: Das sind die Notfall-Pläne der Konzerne
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 30.07.2009 - 11:58Düsseldorf (RP). Die Ausbreitung der Schweinegrippe setzt die Unternehmen unter Druck. Sie reagieren mit Notfallplänen, Tamiflu-Vorräten, Reisesperren und stellen sich auf Krankheitsausfälle ein. Gleichzeitig rechnet das Land NRW mit einer Entschädigungswelle. Denn es muss für den Lohnausfall von Arbeitnehmern aufkommen, die nicht erkrankt sind, aber unter Quarantäne stehen.
Krankheit zwingt die Unternehmen in immer größerem Ausmaß zum Handeln. Schließlich steht nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern auch das Aufrechterhalten des Geschäftsbetriebs auf dem Spiel.
Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in NRW ist am Mittwoch von 1928 auf 2192 angestiegen. Mit einer weiteren Zunahme der Erkrankungsfälle ist zu rechnen. Die meisten Infektionen sind nach Behördenangaben dabei im Regierungsbezirk Düsseldorf aufgetreten.
Der Anstieg sei vor allem auf Reiserückkehrer aus Spanien zurückzuführen, hieß es. Heiko Schneitler, der Chef des Düsseldorfer Gesundheitsamts, rechnet damit, dass die Zahl in der nächsten Woche auf 6000 Erkrankungen anwächst. „Diese rasante Entwicklung ist äußerst besorgniserregend“, so Schneitler.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will am Donnerstag eine Erklärung zu den geplanten Gegenmaßnahmen abgeben. Das Robert-Koch-Institut warnte davor, dass es mit der größeren Verbreitung auch zu schweren Verläufen der Schweinegrippe kommen könne.
Wie jetzt bekannt wurde, rollt auf das Land NRW eine Entschädigungswelle wegen der Schweinegrippe zu. Das deutsche Infektionsschutz-Gesetz sieht Entschädigungen für Lohnausfälle bei Menschen vor, die selbst nicht erkrankt sind, aber zur Vorsicht unter Quarantäne gestellt werden müssen. Laut Gesetz müssen die Länder für den Verdienstausfall der Betroffenen aufkommen.
In Nordrhein-Westfalen wurden bisher 71 Anträge auf Entschädigung gestellt. Der Landschaftsverband Rheinland berichtete von 46 Anträgen, in Westfalen-Lippe sollen 25 Anträge eingegangen sein. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums konnte gestern noch keine Angaben zur Höhe der Entschädigungszahlungen machen.
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