Die Qual der Jobwahl: Diese Ausbildungsberufe haben Zukunft
VON EVA FIEDLER - zuletzt aktualisiert: 30.04.2008 - 10:57Düsseldorf (RPO). Was soll ich bloß werden? Für viele Jugendliche brechen gerade die letzten Wochen ihrer Schulzeit an. Die Schulabgänger machen sich auf die Suche nach einer Lehrstelle. Gut zu wissen, welche Branchen und Berufe Zukunft haben. Hier steht’s.
Männer und Frauen ticken unterschiedlich, vor allem bei der Berufswahl. Bei jungen Männern stehen der Kraftfahrzeugmechatroniker und der Industriemechaniker ganz oben auf der Liste der beliebtesten Berufe. Bei jungen Frauen sind es die Einzelhandels- und die Bürokauffrau oder die Friseurin. Dabei sind die beliebten Berufe längst nicht immer die mit den besten Zukunftsaussichten.
Wer gerne Haare schneidet, sollte sich zum Beispiel überlegen, ob er sich auch vorstellen kann, sich später einmal selbstständig zu machen. Denn bezahlt werden angestellte Friseurinnen schlecht. Das ist bereits in der Ausbildung so. Ein Azubi verdient in den alten Bundesländern gerade einmal 418 Euro im Monat. In den neuen Bundesländern sind es sogar nur 266 Euro. Und auch gelernte Friseurinnen können von ihrem Gehalt häufig eher schlecht als recht leben.
Soziale Berufe sind gefragt
Wer also noch nicht so recht weiß was er werden will, sollte sich an den derzeitigen Trends auf dem Arbeitsmarkt orientieren. Einen sicheren Arbeitsplatz kann man am ehesten dort erwarten, wo auch in den kommenden Jahren Leute gesucht werden. „Im Dienstleistungsbereich ist das eher der Fall als in der Produktion“, sagt Ilona Mirtsin, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Soziale Berufe sind deshalb ein guter Tipp. Vor allem Altenpfleger werden gebraucht. Da es in Zukunft mehr ältere Leute geben wird, wird auch der Bedarf an Pflegepersonal für Ältere steigen. Gut stehen aber auch die Chancen für Erzieher.
Ein weiterer Trend geht zu Verwaltungsberufen. Mit einer kaufmännischen Ausbildung, zum Beispiel zum Bürokaufmann, hat man deshalb nach wie vor gute Chancen. Schulabgängern mit Abitur rät Ilona Mirtsin, sich über ein Ingenieurstudium zu informieren. Ingenieure werden derzeit gesucht wie keine andere Berufsgruppe. Dementsprechend hoch sind die Einstiegsgehälter.
Auf Fähigkeiten und Neigungen achten
Aber auch ohne Abitur gibt es im technischen Bereich gute Berufsperspektiven. Zum Beispiel mit einer Ausbildung zum Elektroniker in den Bereichen Maschinenbau oder Energie- und Gebäudetechnik. In der Biotechnologie sind Biologielaboranten gefragt. Und in der Wachstumsbranche Nanotechnologie werden Chemiekanten und Chemielaboranten gebraucht. Nach wie vor gefragt sind auch IT-Berufe. Als Ausbildungsberuf kommt hier beispielsweise der Fachinformatiker infrage.
Berufe mit Zukunft hin oder her: „In erster Linie sollte man bei der Berufswahl auf Fähigkeiten und Neigungen achten“, rät Ausbildungsfachfrau Mirtsin. Untersuchengen haben gezeigt, dass die Abbrecherquote gerade bei den Jugendlichen besonders hoch ist, die einen Beruf ergreifen, nur weil dieser gerade als besonders angesagt gilt. „In erster Linie sollte der Beruf Spaß machen“, sagt Ilona Mirtsin.
Dass Abiturienten vor dem Studium eine Ausbildung machen, ist heute übrigens nicht mehr zeitgemäß. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Lehre vor dem Studium die Karrierechancen anschießend nicht erhöhen. Wer beides machen möchte, Lehre und Studium, der ist deshalb in einer Berufsakademie richtig aufgehoben. Hier wird die Ausbildung mit einem fachbezogenen Studium kombiniert.
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