Für die Karriere sind fachliche Kompetenz und Leistung weniger entscheidend. Wichtig ist Studien zufolge vielmehr das äußere Auftreten und die Wirkung auf Kollegen und Vorgesetzte, erklärt Karrierecoach Johannes Stärk. In seinem Buch "Überzeugend auftreten. Wie Sie sich selbst wirkungsvoll präsentieren" stellt er verschiedene Strategien und Techniken vor, die für eine gute Selbstpräsentation unerlässlich sind.
Strategie 1: Eigenwerbung im Berufsalltag
Machen Sie sich Ihre Erfolge bewusst - nicht nur die großen sondern auch die kleinen. Dokumentieren Sie Ihre Erfolge. So geraten sie nicht in Vergessenheit. Und in der nächsten Gehaltsverhandlung helfen sie dabei, Ihre Leistungen für das Unternehmen zu verdeutlichen.
Informieren Sie Ihren Chef über Ihre Erfolge; er darf ruhig als erster von ihnen erfahren.
Strategie 2: Assoziationsprinzip nutzen
Schlechte Nachrichten können auf ihren Überbringer abfärben - selbst, wenn der Bote nicht für sie verantwortlich ist. Deshalb ist es ratsam, bei negativen Neuigkeiten direkt eine Lösung vorzustellen. So vermeidet man, dass ein schlechtes Bild entsteht.
Doch das Assoziationsprinzip kann auch hilfreich sein: Wird man mit positiven Ereignissen in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel mit der Arbeit an einem angesehenen Projekt, kann dies zu einem guten Ruf beitragen.
Strategie 3: Netzwerke nutzen
Achten Sie nicht nur auf die offiziellen Kommunikationsabläufe Ihres Unternehmens, sondern machen Sie sich gewachsene, informelle Kontakte und Netzwerke ebenfalls zu Nutzen. Wenn Sie ihre Kontakte gut pflegen, können Sie bei Bedarf auf sie zurückgreifen.
Strategie 4: Pacing
"Pacen" bedeutet wörtlich übersetzt "mit dem anderen Schritt halten". Diese Strategie geht davon aus, dass sich Gemeinsamkeiten und Sympathien wechselseitig beeinflussen und so verstärken. Ähneln sich Gesprächspartner in ihrer Körpersprache und ihrem Sprechtempo, ist es wahrscheinlich, dass sie auf einer Wellenlänge liegen.
Spricht der Gesprächspartner langsam und bedächtig, ist es ratsam, sich dem Sprechtempo anzupassen statt schnell auf ihn einzureden. Auch Gesten und Körperbewegungen können abgeschwächt und zeitversetzt nachgeahmt werden. Dies sollte man allerdings nicht übertreiben.
Strategie 5: Elevator Pitch
Diese Technik könnte man mit "Aufzugs-Präsentation" übersetzen. Die Grundidee: Ein Jungunternehmer trifft seinen potentiellen Geldgeber im Fahrstuhl und möchte ihn von seinem neuen Konzept überzeugen. Da die Fahrstuhlfahrt etwa eine halbe Minute dauert, muss er seine Idee kompakt und anschaulich darstellen. Deshalb stellt er Vorteile und Nutzen in den Mittelpunkt und verzichtet auf Details. Eine anschauliche, lebhafte Sprache hilft ihm bei seiner Überzeugungsarbeit...
... Wendet man den "Elevator Pitch" an, beschränkt man sich auf das Wesentliche. Diese Strategie ist in vielen Situationen hilfreich: Bei der Eröffnung einer Präsentation, bei der Vorstellung der eigenen Person in einer Seminarrunde und beim Small Talk. Sie kann bei Verkaufsgesprächen oder bei der Messearbeit zu einem Türoffner werden. Und natürlich kann sie auch zur Präsentation einer neuen Geschäftsidee benutzt werden.