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Viel Geld für wenig Arbeit gibt's meist nicht: Flop statt Traumjob - Vorsicht bei "lukrativer Nebentätigkeit"

zuletzt aktualisiert: 06.05.2004 - 09:37

Mit einer einfachen Nebentätigkeit mal locker tausende Euro im Monat dazu verdienen - wer hat solche Anzeigen nicht schon gelesen. Und wenn's mit dem eigenen Job momentan nicht so läuft oder das Konto wieder überzogen ist, könnte mancher schwach werden. Doch viel Geld für wenig Arbeit gibt's meist nicht. Deswegen sollten Sie bei solchen Angeboten Vorsicht walten lassen.

Das gilt auch dann, wenn das Angebot nicht wie häufig zu sehen an einem Laternenmast angeklebt ist, sondern vermeintlich seriös im Stellenmarkt großer Tageszeitungen abgedruckt ist. Auch in Internet-Jobbörsen wird mit Top-Verdiensten oder mit der traumhaften Model-Karriere für den Nachwuchs geworben.

Doch wie erkennt man, welche Anzeigen seriös sind, und welche den Arbeitssuchenden nur das Geld aus der Tasche ziehen sollen? Die Verbraucherzentralen haben einige Kriterien aufgestellt, nach denen man vorgehen kann.

Ein wichtiges Indiz ist die Beschreibung der Tätigkeit. Reguläre Stellenanzeigen definieren die ausgeschriebene Stelle und nennen die erforderliche Qualifikation des Bewerbers. Formulierungen wie: "Nebenverdienst bei freier Zeiteinteilung mit Ihrem PC von zu Hause" sind zu ungenau und lassen auf Betrugsabsichten schließen.

Über Geld wird nur persönlich verhandelt

Ein seriöser Arbeitgeber nennt in einer Stellenanzeige auch keine Verdienstmöglichkeiten. Über die unterhält man sich erst im persönlichen Gespräch. Anzeigen, die mit Provisionen und Verdiensten "von 250 bis 25.000 Euro" werben, sollte man deshalb getrost ignorieren. Genauso wie solche, die finanzielle Vorleistungen verlangen.

Für Informations- oder Arbeitsmaterial sollte nie bezahlt werden, um an einen Job zu kommen. Auch Schulungen, spezielle Software oder Fotomappen für künftige Models kommen den Arbeitsuchenden teuer zu stehen und bringen ihm gar nichts. Damit verdient nur der Inserent, der meist gar keine Jobs zu vergeben hat.

Ernst zu nehmende Stellenanzeigen enthalten den Firmennamen und die Adresse des Arbeitgebers. Steht dagegen nur eine Postfachadresse oder eine Chiffrenummer unter dem Inserat, ist Vorsicht geboten. Achtung auch bei 0190-er Telefonnummern im Zusammenhang mit Jobangeboten. Schon der erste Kontakt kann den Arbeitssuchenden viel kosten. Und meist erreicht er dabei nur ein Band, das belanglose Informationen abspult. Verdacht sollte man auch schöpfen, wenn in der Anzeige lediglich eine Handy-Nummer genannt ist. Damit ist es schwierig, die Firma zu identifizieren, denn Handy-Nummern stehen meist nicht im Telefonbuch.

Verstecktes Schneeballsystem

Wird in der Anzeige ein Geschäftspartner gesucht, der etwas Eigenkapital mitbringt, kann es sich um ein Schneeballsystem handeln. Der "Geschäftspartner" muss im Voraus große Mengen von Produkten kaufen, um später an deren Weiterverkauf zu verdienen. Nicht selten bleibt er auf der Ware sitzen. Doppelt bitter: Statt einen neuen Job zu bekommen, hat er auch noch viel Geld verloren.

Wer trotz der Warnungen Opfer derartiger Betrügereien geworden ist, sollte sich zur Wehr setzen. Auch, um zu verhindern, dass andere das gleiche Schicksal erleiden. Betroffene, die Geld verloren haben, sollten sich bei einer Verbraucherzentrale oder bei Pro Honore Hamburg, Verein für Treu und Glauben im Geschäftsleben, melden. Finden sich genügend Opfer dubioser Jobanbieter, kann auch an eine Sammelklage gedacht werden.


 
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