Das Beratungsunternehmen Gallup hat vom 27. Oktober bis 20. November des vergangenen Jahres 1895 Arbeitnehmer in Deutschland telefonisch nach ihrer Arbeitsmotivation befragt.
Die Studie unterscheidet drei Arbeitnehmer-Typen:
1. ArbeitnehmerInnen mit hoher emotionaler Bindung zum Arbeitsplatz
sind ihrem Arbeitsplatz emotional verpflichtet (u.a. loyal, produktiv,
weniger Fehltage, geringere Fluktuation, niedrigerer Schwund).
2. ArbeitnehmerInnen mit geringer emotionaler Bindung zum Arbeitsplatz
leisten „Dienst nach Vorschrift“. Sind zwar produktiv, aber dem Unternehmen nur eingeschränkt emotional verpflichtet (u.a. mehr Fehltage, höhere Fluktuation).
3. ArbeitnehmerInnen ohne emotionale Bindung zum Arbeitsplatz
arbeiten aktiv gegen die Interessen des Unternehmens, haben vielleicht
auch schon die innere Kündigung vollzogen (physisch präsent, psychisch
jedoch nicht; sind mit ihrer Arbeitssituation unglücklich und lassen die
KollegInnen dies wissen).
Das Ergebnis:
13 Prozent der Befragten arbeiten engagiert und motiviert.
67 Prozent machen Dienst nach Vorschrift.
20 Prozent haben bereits die innere Kündigung vollzogen.
Deutschland schneidet schlecht ab: 17 Länder wurden bei der Umfrage berücksichtigt, Deutschland liegt auf Platz elf und damit im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld.
Platz 1 bis 3:
1. Indien:
44 Prozent sind motiviert, 43 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, 13 Prozent haben innerlich gekündigt
2. USA:
29 Prozent sind motiviert, 51 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben innerlich gekündigt
3. Neuseeland:
23 Prozent sind motiviert, 62 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, 15 Prozent haben innerlich gekündigt
Motivation beeinflusst die Fehlzeiten:
Mitarbeiter mit hoher Bindung an das Unternehmen fehlten 4,2 Tage
Mitarbeiter mit geringer Bindung 5 Tage
Mitarbeiter ohne Bindung 6,5 Tage
Fehlende Motivation kostet Milliarden:
Der deutschen Wirtschaft entstehen durch fehlende oder nur geringe emotionale
Bindung der Beschäftigten zu ihrem Unternehmen Kosten in Höhe von 16,2
Milliarden Euro im Jahr – nur aufgrund von Fehlzeit, heißt es in der Studie.
Ursachen für fehlende Motivation:
Dem Vorgesetzten kommt eine wichtige Rolle zu.
41 Prozent der Befragten ohne Bindung an das Unternehmen antworteten auf die Frage, ob sie wegen ihres Vorgesetzten daran gedacht hätten, die Firma zu verlassen mit "Ja".
38 Prozent dieser Gruppe der Befragten würden ihren Chef mit sofortiger Wirkung entlassen.
Das sind die Schwachstellen im Führungsverhalten:
Nur jeder fünfte Arbeitnehmer (19 Prozent) erklärt, dass für gute Arbeit Lob und
Anerkennung ausgesprochen wird.
69 Prozent der Beschäftigten beanstanden, dass bei der Arbeit das
Interesse an ihnen als Mensch fehlt.
81 Prozent der Mitarbeiter beklagen, dass die Förderung der individuellen
Entwicklung auf der Strecke bleibt
Nur 28 Prozent der Mitarbeiter fühlt sich bei mit einbezogen,
weil nach ihrer Meinung und ihren Ansichten gefragt wird