Das World Economic Forum misst jährlich die Kluft zwischen Frauen und Männern weltweit und veröffentlicht die Ergebnisse im Global Gender Gap Report. "Der Index bewertet Länder, wie gut sie ihre jeweiligen Ressourcen und Chancen unter ihrer männlichen und weiblichen Bevölkerung aufteilen, unabhängig vom Gesamtniveau dieser Ressourcen und Lebenschancen", erklärt Ricardo Hausmann von der Harvard-Universität. Sie ersteööte den Bericht zusammen mit Laura Tyson von der University of California, Berkeley und Saadia Zahidi, Head of Constituents des World Economic Forum.
Was wird gemessen?
Die wirtschaftlichen, rechtlichen und soziale Aspekte der Geschlechterlücke werden in vier Bereichen erhoben: 1. Wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit (Arbeitseinkommen, Partizipationsniveau und Zugang zu hochqualifizierter Beschäftigung), 2. Bildungsniveau, 3. Politische Teilhabe und 4. Gesundheit und Lebenserwartung.
Wo ist die Kluft am geringsten?
Die Länder, die es an die Spitze des Gender Gap Indexes schafften, haben die Lücke zwischen den Geschlechtern zu über 80 Prozent geschlossen. Am besten schnitt Norwegen ab, gefolgte von Finnland. Auf Platz drei schaffte es Schweden. Unverändert auf Platz vier und fünf finden sich Island und Neuseeland wieder.
Wo steht Deutschland?
Deutschland belegt den elften Platz der internationalen Rangliste. Damit schneidet es im Vergleich zu 2007 schlechter ab: Es ist vier Plätze nach hinten gerutscht. Nach dem Gender Gap Index ist in Deutschland die Kluft zwischen Männern und Frauen zu 73,94 Prozent geschlossen.
Welche Länder liegen vor und hinter Deutschland?
Die Niederlande (Platz 9) und Lettland (Platz 10) haben besser abgeschnitten als Deutschland. Der Abstand von Deutschland zu Lettland beträgt dem Index zufolge nur 0,03 Prozentpunkte. Hinter Deutschland liegen Sri Lanka (Platz 12) und Großbritannien (Platz 13).
Welche Länder haben am schlechtesten abgeschnitten?
Am größten ist die Kluft zwischen Männern und Frauen in Pakistan (Platz 127), Saudi Arabien (128), im Tschad (129) und im Jemen (130).
Gibt es Fortschritte?
Über zwei Drittel der untersuchten Länder konnten ihren Indexwert verbessern. Deshalb gehen die Herausgeber des Reports davon aus, dass die Welt im Allgemeinen Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung von Männern und Frauen erzielt habe. Während es weltweit Fortschritte in den Bereichen geschlechterspezifische Bildungsdiskrepanzen, politische Teilhabe und Teilnahme am Wirtschaftsleben gegeben habe, habe sich die Kluft im Gesundheitsbereich vertieft.