Vorsicht, Falle!: Heiße Fragen im Vorstellungsgespräch
zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 - 09:56Düsseldorf (RPO). Bewerber, die es ins Vorstellungsgespräch geschafft haben, können sich freuen: Sie sind auf jeden Fall in der engeren Auswahl. Aber nun geht es darum, sich selbst als der optimale Kandidat für diesen Job zu verkaufen. Und das bedeutet, auch knifflige Fragen gekonnt zu beantworten.
Eine beliebte Frage, die Personalverantwortliche gerne stellen, ist die nach der Motivation für eine Bewerbung. Wer hier mit "Ich habe ihre Adresse in den gelben Seiten gefunden" oder "mein derzeitiger Chef nervt" antwortet, hat schon verloren. Besser ist es, an dieser Stelle die Vorzüge des Unternehmens, in dem man arbeiten will, hervorzuheben. Das setzt natürlich voraus, dass man sich entsprechend vorab informiert hat. Und ein ganz großer Fauxpas ist es, den Jobwechsel negativ zu begründen: Wer durchblicken lässt, dass ihn etwas am bisherigen Arbeitsplatz stört, erweckt schnell den Eindruck, ein schwieriger Mitarbeiter zu sein.
Ebenfalls beliebt sind Fragen aus dem Arbeitsalltag, die die Problemlösungsfähigkeit eines Bewerbers prüfen sollen. "Nehmen wir beispielsweise jemanden, der sich auf eine Position als Sicherheits-Ingenieur auf einer Offshore-Bohrinsel bewirbt und den der Chef vor eine kniffelige Aufgabe stellt," berichtet Gerhard Kenk, der als Personverantwortlicher im IT-Bereich selbst jahrelang Einstellungsgespräche führte, von einer typischen Situation im Vorstellungsgespräch. "Die Aufgabe lautet: Der Bewerber muss in zwei Stunden zu einem Krisen-Einsatz in den Golf von Mexiko aufbrechen und wird gefragt, wie er dabei konkret vorgehen würde?
Wer als Kandidat angibt, sich zuerst um die Änderung der Zeitungszustellung während seiner Abwesenheit zu kümmern, handelt vielleicht umsichtig, aber mit den falschen Prioritäten. Besser ist es, die notwendigen Ausrüstungsgegenstände aufzuzählen" erzählt Kenk, der heute selbst mit seinem e-Recruiting Portal "Crosswater Systems" (www.crosswater-systems.com) Personalverantwortlichen Tipps gibt.
Doch nicht nur mit solchen Fallbeispielen wollen potentielle Arbeitgeber die Stärken und Schwächen ihrer Bewerber testen - oft genug fragen Sie auch einfach direkt den Bewerber, was der denn von sich hält. Z.B. die Frage nach den eigenen Stärken. Die optimale Antwort wäre hier z.B. auf die eigene Lernfähigkeit zu verweisen - denn das kann immer positiv ausgelegt werden. Gut kommt es außerdem an, wenn man seine Fähigkeiten mit Arbeitserfahrungen belegen kann.
Dass gerade bei dieser Frage die Wahrheit gerne etwas geschönt wird, zeigt eine internationale Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 1210 Personalmanagern. Demnach wird in Deutschland am häufigsten bei den Aufgaben im früheren Job gelogen und bei den Managementfähigkeiten. Weit weniger Mutig sind die Arbeitnehmer in spe hingegen, wenn es um das Erfindenden von Softwarekenntnissen (5 Prozent) oder Bildungsabschlüssen geht (4 Prozent).
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