Ausgaben für Krankengeld deutlich gestiegen: Jeder achte Krankheitstag wegen seelischer Leiden
zuletzt aktualisiert: 27.12.2011 - 10:02Berlin (RPO). Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen hat neben dem persönlichen Leid des Patienten zunehmend wirtschaftliche Auswirkungen. In den ersten drei Quartalen des zu Ende gehenden Jahres stieg die Zahl der Krankheitstage aufgrund seelischer Leiden um 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der BKK Bundesverband am Donnerstag in Berlin mitteilte.
Damit hätten psychische Erkrankungen maßgeblich zum höchsten Krankenstand seit fünf Jahren beigetragen: Von Januar bis September waren pro Tag im Schnitt 4,2 Prozent der Belegschaft krankgeschrieben. Im gleichen Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil noch bei 4,0 Prozent.
Besonders hohe Ausfallraten verzeichneten die Betriebe im Februar: Wegen einer Grippewelle in diesem Monat nahm der Krankenstand im ersten Quartal um fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Zahlen basieren auf der monatlichen Krankenstand-Statistik des BKK Bundesverbandes, in dem die Gesundheitsdaten von 12,1 Millionen Versicherten ausgewertet werden.
Ausgaben für Krankengeld deutlich gestiegen
Gleichzeitig gab die BKK ihren jährlichen Gesundheitsreport "Zukunft der Arbeit" für 2010 heraus. Demnach fehlte 2010 jeder Arbeitgeber an durchschnittlich 14,8 Tagen wegen Krankheit. Psychische Leiden verursachten jeden achten Fehltag. Dabei waren Frauen mit durchschnittlich 2,45 Tagen erheblich stärker betroffen als Männer mit 1,53 Tagen. Die Unterschiede liegen der BKK zufolge an den Belastungen in typischen Frauenberufen sowie an den Diagnosegewohnheiten der Ärzte.
Psychisch Erkrankte fehlen im Schnitt 35,2 Tage lang, während es bei durchschnittlichen körperlichen Beschwerden nur 12,8 Tage sind. Jeder dritte Tag, für den die Kassen Krankengeld zahlen, ist damit inzwischen durch eine psychische Störung bedingt, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit. Insgesamt sind die Ausgaben für das Krankengeld nach Angaben der TK im Laufe der vergangenen fünf Jahre um fast 37 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro in 2010 gestiegen.
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