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Fettnäpfchen lauern all überall: Job-Knigge: Benehmen ist wieder angesagt

VON FRAUKE WEBER - zuletzt aktualisiert: 05.04.2004 - 08:23
Mit ungekämmten Haaren ins Büro schlurfen, ein knappes "Mor’n" auf den Lippen, in der rechten Hand die Kaffeetasse – so ein Auftritt im Büro war in Zeiten der New Economy vielleicht cool, mittlerweile ist er im Joballtag total out. Benehmen ist nicht nur wieder angesagt, es ist für die Karriere sogar förderlich.

Wer den Umgang mit Geschäftspartnern, den Small Talk oder die Tischmanieren nicht beherrscht, hat schlechte Karten. Er sollte sich tunlichst darum kümmern, etwas Benehmen an den Tag zu legen.

Das fängt mit der eigenen Vorstellung schon an. Was sagt beim Vorstellungsgespräch, beim ersten Treffen eines neuen Geschäftspartners? "Tach, Mustermann". Na ja, klingt nicht gerade einladend. "Gestatten, Mustermann". Etwas gestelzt. Viel selbstbewusster und netter hört sich schon an "Guten Tag, ich bin Erika Mustermann". Oder auch "Guten Tag, mein Name ist Erika Mustermann". Schauen Sie Ihren Gesprächspartner freundlich für einige Sekunden an, aber starren Sie ihm nicht ewig in die Augen. Doch direkt nach der eigenen Vorstellung lauern schon weitere Fettnäpfchen. Wenn es mehrere Gesprächspartner sind, welchen begrüßt man zuerst? Wie redet man die anderen an?

Zunächst unterscheidet man zwischen grüßen und begrüßen. Ersteres erfolgt kontaktlos, beim zweiten schüttelt man sich die Hand oder umarmt sich, je nachdem wie gut man sich kennt. Kommen also mehrere Geschäftspartner zu Ihnen, können Sie entscheiden, ob Sie Ihnen die Hand geben wollen. Falls ja, begrüßen Sie sie der Reihe nach. Sind Sie dagegen in einem Unternehmen zu Besuch, warten Sie, ob man Ihnen die Hand entgegenstreckt. Wahren Sie in jedem Fall auch eine angemessene Distanz bei der Begrüßung und rücken Sie Ihren Gesprächspartnern nicht zu innig auf den Leib.

Nachdem die (eigene) Vorstellung und Begrüßung geklärt wären, kann es auch sein, dass Sie andere miteinander bekannt machen müssen. Hier geht es noch nach den Hierarchien: Höhergestellte haben zuerst das Recht, den Namen des anderen zu erfahren, ebenso die Damen. Die Namen werden auch mit Zusätzen genannt (z.B. Dr. Mustermann).

Siezen oder Duzen?

Apropos Namen: Um dem Spagat zwischen Du und Sie zu entkommen, hat sich die Ansprache mit dem Vornamen und "Sie" immer mehr durchgesetzt. Ansonsten gilt natürlich Siezen und der Nachname. Höhergestellte können ihren Mitarbeitern das "Du" anbieten. Umgekehrt sollte man seinen Chef nicht sofort duzen. Arbeiten Kollegen schon länger zusammen, kann einer dem anderen das "Du" anbieten, sollte demjenigen aber auch eine Rückzugsmöglichkeit offen lassen, falls dieser das "Du" nicht möchte.

Und es gibt im Berufsleben noch eine Situation, in der die Fettnäpfchen en masse lauern: Das Geschäftsessen. Sie brauchen nicht zu erschrecken, wenn Sie in einem Restaurant an Ihrem Tisch eine Vielzahl von Bestecken sehen. Benutzt wird das Besteck einfach von außen nach innen, wenn zu Gerichten separat Besteck gereicht wird, nimmt man dieses. Die Serviette ruht im übrigen auf dem Schoß und fliegt nicht auf dem Tisch herum. Und: Rauchen zwischen den einzelnen Menü-Gängen ist verpönt und allenfalls nach dem Dessert möglich.

Und zu guter Letzt: Lassen Sie Ihre Gesprächspartner ausreden und halten Sie Ihr Handy im Griff!

Buchtipp:

Inge Wolff: Anti-Blamier-Knigge. So verbessern Sie Ihren Auftritt. Verlag Gräfe und Unzer, 12,90 Euro


 
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