Knigge für die Weihnachtsfeier: Keine Anmache, keine Alkoholexzesse
zuletzt aktualisiert: 29.11.2010 - 09:54Bonn (RPO). Heiße Tanzeinlagen, aufdringliche Anmachen und unkontrollierter Alkoholkonsum sind absolut tabu. Auch auf betrieblichen Weihnachtsfeiern ist gutes Benehmen angesagt. Das sagt eine Institution, die es wissen muss: der "Deutsche Knigge-Rat".
Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier ist für die Benimm-Experten ein Muss. Wer ohne wichtigen Grund fernbleibe, bekunde den Kollegen Desinteresse an einem harmonischen Betriebsklima, warnen die Knigge-Experten.
"Zu den sieben Goldenen Regeln für betriebliche Weihnachtsfeiern gehöre es, sich Nörgeleien über eine womöglich bescheidenere Feier zu verkneifen, betonte Knigge-Rat-Mitglied Alexander Freiherr von Fircks, langjähriger Leiter des Protokolls der Bundesregierung.
Auch plumpe Vertraulichkeiten, "alkoholgeschwängerte Duz-Angebote", aufdringliche Annäherungsversuche und "heiße Tanzeinlagen" seien tabu. "Weihnachts- und Adventsfeiern sind keine Faschingsgaudi", so von Fircks. Dezente statt aufreizende Kleidung gehöre ebenso zum guten Stil wie Höflichkeit und Rücksichtnahme. Korrektes Verhalten sei zudem noch am Tag danach gefragt. Im Falle eines doch zu üppig ausgefallenen Alkoholkonsums gelte: "Kein Klatsch, sondern Diskretion."
Auf der betrieblichen Weihnachtsfeier geht es zwar oft etwas lockerer zu als in der Firma - beim Essen sind Benimmregeln dennoch einzuhalten. So gilt es als stillos, bei mehreren Gängen zum Büfett Teller und Besteck erneut zu benutzen, heißt es vom Netzwerk Etikette Trainer International in Hamburg.
Stattdessen müssten Angestellte mit dem zweiten Gang an den Büfett-Tisch warten, bis der erste Teller abgeräumt ist. Dauert ihnen das zu lange, sollten sie den Kellner explizit darum bitten, den benutzten Teller abzuräumen und ihnen bei Bedarf einen neuen zu bringen.
Auch bei einem Büfett sollten sich Angestellte zudem an die klassische Menüfolge halten: Kalte Vorspeisen wie Fisch und Salat werden vor warmen Antipasti aufgetischt, bei den Hauptgerichten kommt Fisch vor Fleisch. Und Käse isst man vor dem Dessert. Wer alles wahllos durcheinander auf seinen Teller spachtelt, gilt schnell als Banause.
Zum guten Ton gehört es auch, sich nicht zu viel auf einmal aufzutun: Mindestens der Tellerrand muss immer frei bleiben. Mit völlig leerem Magen kommen Angestellte zudem besser nicht zur Weihnachtsfeier - wer schon vorher eine Kleinigkeit isst, hält langatmige Reden vor der Eröffnung des Büfetts leichter durch.
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