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Nette Worte: Lob bei der Arbeit hält gesund

VON ISABELLE DE BORTOLI - zuletzt aktualisiert: 07.11.2006 - 16:53

Düsseldorf (RP). Wer viel für seinen Arbeitgeber leistet und im Job eine Menge Energie investiert, der möchte dafür auch etwas zurückbekommen. Etwa eine angemessene Bezahlung, einen sicheren Arbeitsplatz und ein regelmäßiges Lob vom Chef.

Bleibt einer oder bleiben mehrere dieser Faktoren aus, entsteht Stress, und der kann krank machen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Soziologie der Universität Düsseldorf gekommen. „Eine gestörte Leistungs-Belohnungs-Bilanz kann sich negativ auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychische Leiden auswirken“, sagt Nico Dragano, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Soziologie. Wer also vom Vorgesetzten regelmäßig gelobt wird, hat ein geringeres Stress- und damit Krankheitsrisiko.

„Wir haben in den vergangenen Jahren mehr als 60 Studien zu diesem Stressmodell durchgeführt“, sagt Dragano. Dazu wurden Arbeitnehmer aus allen Gehaltsgruppen zu ihrem Job befragt. „Wo es Arbeitsstress gab, wurde dann beobachtet, ob der Befragte später erkrankt ist.“

Fehlende Wertschätzung wirkt direkt auf den Körper: Im Gehirn wird weniger vom „Belohnungshormon“ Dopamin ausgeschüttet, dafür werden vermehrt Stresshormone gebildet. Langfristig kommt es so zu gesundheitlichen Problemen. „Unsere Studie kann Unternehmern zeigen, welche Komponenten sie ändern müssen, damit ihre Mitarbeiter weniger stressbedingt krank sind“, erklärt Nico Dragano.

Besonders stark betroffen seien laut der Studie Menschen, die im Gesundheitssektor arbeiteten. „Etwa Krankenschwestern: Hier steht ein sehr hoher Arbeitsaufwand einer geringen Anerkennung gegenüber.“ Die Bezahlung sei nicht gut, und Lob gebe es kaum. Im Dienstleistungssektor ergibt sich der Stress dagegen durch die unsicheren Arbeitsverhältnisse: „Die Angestellten arbeiten viel, verlieren aber oft trotzdem den Job.“


 
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