Das sagen unsere Leser zum Frikadellen-Fall: Mieser Trick, um Mitarbeiter loszuwerden
zuletzt aktualisiert: 13.10.2009 - 16:28Düsseldorf (RPO). Weil sie eine Frikadelle vom Buffet des Chefs genascht hatte, wurde einer Sekretärin in Dortmund gekündigt. Inzwischen hat ihr Chef eingelenkt. Bei unseren Lesern hat der Fall für große Empörung gesorgt.
„Es geht dem Arbeitgeber in diesem Fall doch nicht um den Wert der Frikadelle, eher schaut er darauf, wie er eine Arbeitskraft loswerden kann, derer er überdrüssig geworden ist“, schreibt buckj und drückt damit die Meinung der meisten User aus. Mithilfe solcher Bagatell-Delikte wolle man vor allem Betriebsratsmitglieder und langjährige Mitarbeiter kostengünstig abschieben.
Vielen fehlt die Verhältnismäßigkeit im Verhalten des Chefs. „Eine Abmahnung hätte - wenn überhaupt - vorangehen müssen“, schreibt ein User. Ein anderer sieht darin ein Zeichen für Doppelmoral. „Solange es Manager gibt, die für das Ruinieren eines Unternehmens mit Millionenabfindungen belohnt werden, werde ich ein solches Urteil nicht verstehen“, meint Silojo.
Aber es gibt durchaus auch Kritik am Verhalten der Sekretärin. Eine ehemalige Vorstandssekretärin einer Bank betont, dass es ihr in ihrer Vertrauensposition nie in den Sinne gekommen wäre, sich am Buffet für eine Sitzung zu bedienen. Sie hätte vor dem Essen einfach fragen sollen, meint ein anderer User.
Strenge Moralvorschriften gelten vor allem für Arbeitnehmer, weniger für Chefs, meinen andere. „Wie reagiert ein Chef, wenn seine Sekretärin ihm eine Quittung einer Reinigung hinlegt, weil sie sich beim Aufbau eines Buffets oder beim Servieren von Kaffee ihr Kostüm versaut hat?“ hinterfragt Talith.
Diebstahl bleibt nun mal Diebstahl, da spielt es keine Rolle, ob es sich um den Gegenwert von einem Cent oder um 1000 Euro handelt, schreibt Magistrator. Doch damit ist er allein auf weiter Flur.
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