Ausbildung: Nur jeder fünfte Azubi wird unbefristet übernommen
zuletzt aktualisiert: 22.06.2012 - 07:25Saarbrücken (RPO). In Deutschland sind die Berufsperspektiven für viele junge Menschen noch immer wenig ermutigend: Lediglich 17 Prozent der Lehrlinge im letzten Ausbildungsjahr haben einem Bericht zufolge eine Zusage für eine unbefristete Anstellung in ihren Betrieben.
Das berichtete die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in sechs Bundesländern. Den Befragungen zufolge werden 43 Prozent der Auszubildenden von ihren Betrieben übernommen, zum Teil allerdings nur für bis zu sechs Monate. Für jeden vierten Lehrling steht demnach bereits fest, dass er sich nach der Ausbildung einen anderen Arbeitgeber suchen muss. Weitere 32 Prozent haben noch keine Information darüber, wie es mit ihnen weiter geht.
"Es entsteht der Eindruck, dass zwar alle vom so genannten Fachkräftemangel reden, aber kaum einer etwas für die Fachkräftesicherung tut", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock der Zeitung. Die unbefristete Übernahme der Azubis wäre aber ein "wichtiges Signal, dass die Unternehmen es mit der Fachkräftesicherung ernst meinen", sagte sie. Der DGB befragte insgesamt 1434 Azubis in den Ländern Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.
Von der Leyen fordert europaweiten Ausbildungsmarkt
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat angesichts der drastisch gestiegenen Jugendarbeitslosigkeit vor allem im Süden der EU einen europaweiten Ausbildungsmarkt gefordert. Die CDU-Politikerin schlug in der "Süddeutschen Zeitung" eine sogenannte Euro-Ausbildung vor. "Es gibt mittlerweile Zehntausende unbesetzte Ausbildungsplätze im Norden und im Süden viele junge Menschen, die trotz guter Abschlüsse in ihrer Region keine Chance bekommen", sagte von der Leyen.
In Spanien zum Beispiel sei inzwischen jeder zweite Jugendliche ohne Arbeit, sagte die Ministerin. Da auf dem europäischen Arbeitsmarkt Freizügigkeit herrsche, gebe es für die jungen Menschen keine Hindernisse außer der Sprachbarriere. Hier könne durch öffentlich finanzierte Sprachkurse Abhilfe geschaffen werden. Zudem müsse die bereits bestehende europaweite Arbeitsvermittlung Eures von allen Arbeitsagenturen genutzt und auf die Vermittlung von Ausbildungsplätzen ausgedehnt werden.
Der Norden müsse aber auch dem Süden dabei helfen, eine Berufsausbildung etwa nach dem Vorbild der dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule aufzubauen, wie sie Deutschland üblich sei, sagte von der Leyen. Daran hätten einige Firmen mit Tochterunternehmen in Europa bereits Interesse bekundet. Für solche Projekte stünden kurzfristig 7,3 Milliarden Euro ungenutzter Mittel aus dem europäischen Sozialfonds zur Verfügung, sagte die Arbeitsministerin.



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