Erfolgreich plaudern: So klappt es mit dem Small Talk
VON JANINA RAUERS - zuletzt aktualisiert: 14.10.2008 - 12:26Düsseldorf (RPO). Beim sonntäglichen Spaziergang läuft man plötzlich seinem Chef direkt in die Arme. Keine angenehme Situation. Doch Small Talk hilft - wenn man die Kunst des Plauderns richtig beherrscht. Das kann jeder lernen.
Small Talk ist keine verschenkte Zeit. Obwohl er inhaltlich bedeutungsarm ist. Das berühmteste Beispiel ist das Gespräch über das Wetter. „Brrr, ist das kalt draußen“ – die Feststellung ist weder neu noch besonders wichtig. Doch im Gespräch können neue Kontakte zu Kollegen, Geschäftspartnern oder Freunden entstehen. Small Talk hilft, den Gegenüber besser einzuschätzen und eine freundliche Atmosphäre zu schaffen.
Doch wie wird man zum erfolgreichen Small Talker? Wie kommt man mit fremden Menschen ins Gespräch? Viele Menschen scheuen sich, unbekannte Personen anzusprechen und in ein Gespräch zu verwickeln, weiß Kommunikationstrainerin Caroline Krüll. Schlechte Erfahrungen, Schüchternheit oder die Angst davor, sich zu blamieren, sorgen dafür, dass man im Aufzug lieber stumm nebeneinander steht. „Smalltalken kann jeder lernen“, betont Krüll.
Small Talk kann erlernt werden
Ihre Tipps: Negative Erlebnisse wie den peinlichen Auftritt im Musikunterricht durch Positives ersetzen und das Plaudern üben. Jeden Tag eine fremde Person ansprechen, beim Tanken zum Beispiel den Kassierer fragen, wie er mit den Beschwerden über die hohen Benzinpreise umgeht. Jedes erfolgreiche Mini-Gespräch stärkt das Selbstvertrauen.
Wichtig für den ersten Eindruck sind vor allem Äußerlichkeiten. Anhand von Frisur, Kleidung, Mimik, Gestik und Körperhaltung entscheidet sich, ob der neue Gesprächspartner sympathisch ist. Für Essensreste im Bart gibt es Negativpunkte. Zunächst Nebensache ist dagegen der Inhalt des Gesprächs: „Daher ist es relativ egal, wie originell oder witzig der Gesprächseinstieg ist“, erklärt die Rhetoriktrainerin. Blickkontakt, gerade Haltung und gepflegtes -Äußeres – damit sind die ersten Hürden genommen.
Doch worüber sollte man reden? Nur ein Noteinstieg ist der Klassiker Wetter, findet Krüll. Bessere Anknüpfpunkte bieten aktuelle Ereignisse, der Beruf des Gegenübers oder seine Hobbys. Für den Gesprächsbeginn eignen sich besonders offene Fragen, auf die der Antwortende mehr als ja oder nein sagen muss, also „Was möchten Sie trinken?“ anstelle von „Möchten Sie Kaffee?“. Je häufiger man mit Fremden plaudert, desto leichter übersteht man auch die Unterhaltung mit dem Chef beim Spaziergang.
Hier erfahren Sie, mit welche Themen sich für Small Talk eignen – und welche man besser nicht anspricht.
Literatur: Caroline Krüll: Small Talk, C.H.Beck, ISBN: 978-3-406-57799-7, 6,80 Euro.
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