12 Unternehmen im Vergleich: So viel Weihnachtsgeld gibt es 2009
VON MAXIMILIAN PLÜCK UND SILVIA WIRTH - zuletzt aktualisiert: 26.10.2009 - 12:16Düsseldorf (RP). In den kommenden Wochen werden sich viele Arbeitnehmer über einen zusätzlichen Geldsegen freuen können, und zwar in gewohnter Höhe. Andere gehen wegen der Krise leer aus.
Die Mitarbeiter des Deutschen Bundestages haben es schon auf dem Konto, für viele andere Beschäftigte ist Mitte bis Ende November der Stichtag: Dann zahlen die Arbeitgeber üblicherweise das Weihnachtsgeld. Dass die Bundestags-Mitarbeiter in diesem Jahr schon eher bedacht wurden, liegt an der Wahl im September. Denn viele Mitarbeiter müssen mit den abgewählten Abgeordneten ihren Arbeitsplatz räumen. Die meisten Beschäftigungsverhältnisse enden am 31. Oktober.
Vielen Arbeitnehmern ist die Zahlung trotz Krise sicher
Trotz Krise ist vielen Arbeitnehmern ebenso wie im Bundestag die Zahlung des Weihnachtsgeldes auch dieses Jahr sicher. Dies zeigt eine Umfrage unserer Zeitung bei ausgewählten großen Firmen. Danach gibt es bei BASF, Bayer, Commerzbank oder Henkel und Ford ein in Relation zum Vorjahr ebenso hohes Weihnachtsgeld. Wenn es mehr gibt, hängt das mit der allgemeinen Lohnsteigerung zusammen. Und wenn es gar nichts gibt, wie die Telekom angibt, dann weil die Sonderzahlung anderweitig verteilt wird - also als Teil des normalen Gehaltes.
Gleichzeitig gibt es aber auch Pechvögel an der Geldfront:Mitarbeiter bei Opel werden voraussichtlich überhaupt keine weitere Überweisung zu den Festtagen bekommen. Die Arbeitnehmervertreter verhandeln gerade mit der Führung des angeschlagenen Autobauers über den Beitrag, den die Opelaner zur Rettung des Konzerns beitragen sollen. Ähnliches gilt für die Karstadt-Gruppe. Dort fordert Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, dass die Beschäftigten verzichten - noch versucht die Hausgewerkschaft Verdi die härtesten Einschnitte zu vermeiden.
Andere Unternehmen sparen sich das Weihnachtsgeld
So ergibt sich ein gespaltenes Bild: „In diesem Jahr wird es eine ganze Reihe von Unternehmen - wohl vorwiegend aus dem produzierenden Gewerbe - geben, die die Möglichkeiten des Tarifvertrages ausnutzen, um beim Weihnachtsgeld zu sparen“, warnt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. „Sonderzahlungen sind einfacher zu kürzen als Löhne und Gehälter“, ergänzt sein Kollege Hagen Lesch, Tarifexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Um von den ursprünglich vereinbarten Zahlungen abzuweichen, gibt es in den meisten Tarifverträgen Öffnungsklauseln oder Korridore.“
Die Tarifpartner einigen sich dann per Betriebsvereinbarung oder Ergänzungstarifvertrag auf ein niedrigeres oder gar kein Weihnachtsgeld . Bispinck erklärt gleichzeitig, warum die meisten Mitarbeiter keine Einbußen zu erwarten haben. „Wenn sich die Arbeitnehmerseite auf eine Kürzung der Sonderzahlungen einlässt, müssen die Arbeitgeber selbstverständlich eine Gegenleistung erbringen - Beschäftigungssicherung etwa.“ Der Tarifexperte glaubt darum, dass alleine die harten und teils langwierigen Verhandlungen abschreckende Wirkung haben.
Bundesagentur für Arbeit übernimmt drei Monate den Lohn
Zwei Sonderaspekte sollen noch erwähnt werden: Bei insolventen Unternehmen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit (BA) drei Monate lang den Lohn. Dieses Insolvenzgeld umfasst das Weihnachtsgeld. Allerdings wird maximal ein Viertel des vollen Betrags bezahlt. Betroffen von dieser Regelung könnten Quelle-Mitarbeiter sein.
Kurzarbeit wird in der Regel in Abhängigkeit vom Lohn gezahlt. Wird der gekürzt, müsste es auch zu Kürzungen der Sonderzahlung kommen. Tarifexperten sind allerdings der Ansicht, dass es trotz Kurzarbeit in voller Höhe gezahlt werden müsse - es sei denn, der Tarifvertrag sieht anderes vor.
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