Wirkungsvoll statt lästig: So zahlt sich Teamarbeit aus
VON SIMONE JANSON - zuletzt aktualisiert: 22.07.2008 - 12:50Düsseldorf (RPO). Zehn Köpfe, zehn Meinungen: Mit anderen zusammen Entscheidungen zu fällen, ist nicht einfach. Aber es kann sich lohnen, im Team zusammenzuarbeiten, denn zehn Köpfe denken mehr als einer. Wir zeigen, was passieren muss, damit nicht nur wild diskutiert wird, sondern am Ende auch etwas dabei herauskommt.
Team-Entscheidungen gelten als mühsam: Zuerst müssen Meinungen und Argumente ausgetauscht werden, dann gilt es gemeinsam einen Kompromiss finden. Langwierige Diskussionen können die Folge sein – und die kosten vor allem eines: Zeit.
Darum wird in vielen Firmen gar nicht erst versucht, gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Nach der Devise “Viele Köche verderben den Brei” trifft meisten einer, in der Regel der Chef, die Entscheidung und stellt die anderen vor vollendete Tatsachen. Das vermeidet zwar das lästige Ringen um den besten Kompromiss, führt aber oft nicht zum optimalen Ergebnis.
Doch auch wenn ein Meeting zur Entscheidungsfindung einberufen wird, bedeutet das nicht zwangsläufig auch, dass man gemeinsam entscheidet: Oft äußert der Chef selbstbewusst seine Meinung, während die „Untergebenen“ mit ihren Gegenargumenten zögern. Ergebnis: Die Meinung des Chefs hat bei vielen Team-Entscheidungen deutlich mehr Gewicht. Das Meeting wird so zur reinen Showveranstaltung.
Kanadische Forscher haben allerdings herausgefunden, dass solche Entscheidungen weniger tragfähig sind. Denn ein Team bringt ein größeres Wissen und mehr Erfahrung in den Entscheidungsprozess ein als der Einzelne. Das Problem lässt sich so aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachten. Dabei kommen viele Lösungsalternativen heraus. Außerdem identifizieren sich hinterher alle mit den gefundenen Lösungen und bemühen sich intensiver um die Umsetzung, wenn sie bei der Entscheidung Verantwortung übernommen haben. Und: Die Verantwortung für eine Entscheidung lastet auf den Schultern aller und nicht des Einzelnen.
Team-Entscheidungen sind außerdem weniger kompliziert, als viele glauben. Zwar denken Angestellte oft, der Chef könnte sauer werden, wenn man ihm widerspricht; meist ist aber genau das Gegenteil der Fall: Mitarbeiter, die mit fundierten Argumenten ihre Meinung vertreten, gewinnen die Achtung des Chefs und können Einfluss auf die Entscheidung nehmen.
Und auch Zeit muss die Entscheidungsfindung nicht unnötig kosten - dafür kann man mit einfachen Mitteln sorgen: Wer das Problem klar definiert, alle Mitglieder im Team mit den notwendigen Informationen versorgt und die Diskussionszeit von Anfang an begrenzt, verkürzt das oft befürchtete zähe Tauziehen um einen Kompromiss erheblich.
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