Heinrich Schafmeister: "Viele Schauspieler erleiden Altersarmut"
zuletzt aktualisiert: 18.09.2010 - 19:15Osnabrück (RPO). Schauspieler Heinrich Schafmeister ("Comedian Harmonists") macht auf die sozialen Nöte in seiner Branche aufmerksam. Besonders ältere Schauspieler litten unter Altersarmut, sagt Schafmeister. Das betreffe sogar bekannte Schauspiel-Kollegen.
"Es gibt unter Schauspielern eine ganz große Altersarmut, darunter leidet der größere Teil älterer Schauspieler", sagte der 53-Jährige, der als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) zahlreiche Kollegen vertritt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe).
"Die Zeiten, die für uns angerechnet werden, haben mit den wirklichen Zeiten des Engagements nichts zu tun. Und dann ist die spätere gesetzliche Rente eben bitter wenig." In seiner Branche gehe die Angst um. Viele Schauspieler lebten zudem von "Hartz IV": "Und manchmal sind richtig bekannte Leute dabei, von denen man es niemals glauben würde."
Die Schuld sieht Schafmeister vor allem bei den TV-Sendern: "Das Fernsehen, und gerade das öffentlich-rechtliche, ist dazu übergegangen, immer weniger fiktionales Programm, also Filme und Serien, herzustellen." Kochshows seien billiger.
Die wenigen Projekte würden mit immer weniger Etat, weniger Rollen und weniger Drehtagen ausgestattet. "Wir werden es demnächst erleben, dass ein 'Tatort' in 16 Tagen abgedreht wird, früher waren das mal 30." Außerdem gebe es immer weniger Gage pro Drehtag als früher, obwohl ein Drehtag inzwischen auch mal 17 oder 18 Stunden dauern könne. "Wenn man das alles zusammenzählt, kommt man auf Einbußen von 50 Prozent", sagte der 53-Jährige.
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