Babyboomer-Generation: Vielen Frauen droht Altersarmut
zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 - 10:07Berlin (RPO). Trotz guter Ausbildung und zunehmender Beschäftigung droht vielen der heute 45- bis 50-jährigen Frauen spätere Altersarmut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Freien Universität Berlin.
Vor allem die Ausweitung der Teilzeitjobs und der geringfügig entlohnten Beschäftigung sowie Arbeitslosigkeit könne bei den Frauen der sogenannten Babyboomer-Generation zu Versorgungslücken in der Alterssicherung führen.
Die Frauen zwischen 45 und 50 Jahren sind laut Studie insgesamt besser ausgebildet und arbeiten häufiger als frühere Frauengenerationen. Der Anteil der reinen Hausfrauenbiografien unter den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er Jahre sank im Westen auf 19 Prozent, bei der Vorgängergeneration lag er noch bei 25 Prozent. Unter den ostdeutschen Babyboomerinnen ist der Hausfrauenanteil mit vier Prozent verschwindend gering. Dies führe generell zu einer höheren eigenständigen Alterssicherung, schreiben die Autorinnen der Studie, Barbara Riedmüller und Ulrike Schmalreck.
Allerdings arbeiten nur 21 Prozent der westdeutschen und 43 Prozent der ostdeutschen Babyboomerinnen Vollzeit. Anders als frühere Jahrgänge sind die jüngeren Frauen laut Studie viel stärker von Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung sowie häufigeren Phasen der Arbeitslosigkeit betroffen. So zählen 16 Prozent der Babyboomerinnen im Osten zu den Langzeitarbeitslosen, im Westen sind dies nur sechs Prozent. Schon eine kurze Arbeitslosigkeit kann aber die spätere Rente reduzieren.
Nach vorläufigen Berechnungen wird etwa jede sechste Babyboomerin in den alten und jede zehnte in den neuen Bundesländern künftig einen Rentenzahlbetrag von mehr als 1050 Euro erhalten. Das ist die gesetzliche Altersrente abzüglich der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Frauen arbeiten derzeit alle Vollzeit und waren bisher insgesamt nicht oder unter einem Jahr arbeitslos gemeldet. Insgesamt wird sich die monatliche Durchschnittsrente der Frauen bei Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf voraussichtlich rund 700 Euro im Westen und 680 Euro im Osten belaufen.
Den Frauen ist laut Studie die Bedeutung der privaten Altersvorsorge durchaus bewusst, doch das geringe Einkommen setzt den Sparmöglichkeiten oft Grenzen. Jeweils ein Drittel der ost- und westdeutschen Babyboomerinnen sind demnach ohne Altersvorsorgevertrag.
Gleichzeitig können sich die jüngeren Frauen nicht mehr auf das klassische männliche Versorgermodell verlassen. Während frühere Frauengenerationen ihre Versorgungslücken in der gesetzlichen Rente durch die Einkommen der Ehepartner kompensieren konnten, kann die Babyboomer-Generation nicht mehr darauf bauen.
"Sinkende Renten der Männer, geringe Witwenrenten und die erhöhte Scheidungsrate lassen das Versorgermodell bröckeln", schreiben die Autorinnen. Für ihre Studie werteten die Forscherinnen Daten des Sozioökonomischen Panels, einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von über 12.000 Haushalten in Deutschland, sowie der gesetzlichen Rentenversicherung aus.
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