Bergleute, Modistinnen, Bürsten- und Pinselmacher - viele traditionelle Berufe sind selten geworden. Lesen Sie hier, welche Berufe sozusagen vom Aussterben bedroht sind.
Fassküfer (oder auch Böttcher):
Der Fassküfer oder Böttcher stellt Fässer und Gefäße her, die im Weinbau, in Brennereien und der Landwirtschaft verwendet werden. Der Beruf des Fassküfers zählt zu den ältesten Handwerksberufen in Deutschland. Die Zahl der beschäftigten Fassküfer lag 2007 nur noch im dreistelligen Bereich.
Wagner (oder auch Stellmacher):
Der Wagner fertigt Fahrzeuge aus Holz, Metall und Kunststoff. Früher waren es vor allem Kutschen, Karren oder Fahrzeuge für den landwirtschaftlichen Bedarf, heute sind es eher Hochzeitskutschen oder Schaustellerwagen.
Früher waren Wagner sehr gefragt.
Durch den Fortschritt des Fahrzeugbaus ist der Beruf jedoch immer weiter in den Hintergrund gerückt. So zählte die Bundesagentur für Arbeit im Jahre 2007 nur noch 827 sozialversicherungspflichtige Beschäftgte.
Schäfer:
Auch die Schäfer gehören zu den aussterbenden Berufen. Dabei ist der Beruf wichtig, denn offene Flächen wachsen schnell zu, wenn sie nicht regelmäßig von Schafen abgegrast werden. Doch es gibt nur wenige Jugendliche, die sich nach der Schule für eine Ausbildung zum Tierwirt mit Fachrichtung "Schafe" entscheiden.
Köhler:
Der Köhler verarbeitet Holz zu Holzkohle. Früher wurde diese zum Schmieden und für den häuslichen Gebrauch benötigt. Moderne Heizungssysteme lösten jedoch den Kohleofen ab.
Der "Europäische Köhlerverein" versucht, dem Aussterben entgegenzuwirken.
Bürstenmacher:
Die industrielle Fertigung von Bürsten gefährdet auch den klassischen Beruf des Bürstenmachers. Aus verschiedenen tierischen, pflanzlichen und künstlichen Materialien fertigt er Bürsten für verschiedene Zwecke. 2007 zählte die Bundesagentur für Arbeit 3226 sozialversicherungspflichtig beschäftigte "HolzwarenmacherInnen", zu denen neben dem Bürstenmacher auch Schirm- oder Holzspielzeugmacher gezählt werden.
Bergmann:
Was früher Familientradition war, befindet sich heute auf einem absteigenden Ast. Das romantische Bild des Rohstoffe abbauenden Kumpels schwindet immer weiter. Gründe dafür sind Pläne zum Einstellen der Subventionierungen und schwindende Rohstoffe.
Hufschmied:
Zu diesem Beruf kommt man nur über Umwege, sprich über eine Ausbildung in einem metallverarbeitenden Beruf. Da die Hufschmiede auch für die Gesundheit der Tiere verantwortlich sind, steht am Ende der Ausbildung eine staatliche Hufbeschlagprüfung.
Korbmacher:
Die offizielle Berufsbezeichnung für den alten Beruf des Korbmachers lautet heutzutage "Flechtwerkgestalter". Sie stellen Korbwaren, Flechtmöbel und andere geflochtene Objekte her. Bereits 1593 wurde in Braunschweig die erste Korbmacherzunft gegründet, das Flechten gilt generell als eine der ältesten Handwerkskünste. Nur noch 361 sozialversicherungspflichtig beschäftigte "Flechtwerkgestalter" zählte die Bundesagentur für Arbeit im Jahre 2007.
Modistin:
Modistinnen fertigen Damenhüte nach den speziellen Wünschen der Kundinnen an. Individualität, die sich was kosten lässt, scheint heutzutage nicht mehr gefragt zu sein: In Deutschland gibt es nicht einmal mehr 250 Meisterbetriebe, Ausbildungsbetriebe gibt es nur noch eine handvoll.
Buchbinder:
Auch die industrielle Buchverarbeitung verdrängt den klassischen Buchbinder immer weiter. Innerhalb von acht Jahren ist die Zahl derjenigen, die einen Buchbinderberuf ausüben, um fast 8000 Beschäftigte gesunken, 2007 zählte die Bundesagentur für Arbeit 24.330.