Akademie Mode und Design: Vom Student zum Fashion-Profi
VON SIMONE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 31.10.2009 - 10:34Düsseldorf (RP). Coco Chanel ist das Vorbild in der Modebranche. Auch an der Akademie Mode und Design (AMD) in Düsseldorf eifern der Modeschöpferin zum Wintersemester viele junge Talente nach.
Ihr Modeimperium ist Inbegriff hoher Schneiderkunst und perfekt inszenierter Marketingstrategie. Zum Wintersemester nehmen zum Beispiel an der Akademie Mode und Design (AMD) in Düsseldorf 25 Studierende ihren Bachelor-Studiengang Modedesign auf. Der Studiengang ist theoretisch und praktisch zugleich aufgebaut. „Gelehrt werden beispielsweise Geschichte und Theorie der Gestaltung. Auch die Textilindustrie, etwa die Handhabung und Waschung der verschiedensten Materialien, sind zentrale Themen“, erläutert Christine Kubatta, Leiterin der Akademie.
Der Ansatz ist dennoch eher ein künstlerischer. Eine klassische Schneiderausbildung sei zwar vorteilhaft, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Das Nähen an der Maschine, Stecken und Fertigen gehören zum regulären Studieninhalt. Ein großes Thema sei, so Kubatta, die Drapage, das heißt, das freie Arbeiten mit Stoffen an der Büste.
Doch was braucht es neben einer fundierten Ausbildung, um international erfolgreich zu sein? „Eine kunsthistorische und geschichtliche Bildung sowie Sprachkenntnisse können sehr hilfreich sein, bei der Suche nach Inspirationen und beim Exportieren der Designs in andere Kulturen. Grundvoraussetzung ist aber, unbändig neugierig zu sein.
Das bedeutet, sich für alle Zeitströmungen zu interessieren und damit meine ich nicht nur die neuesten Makro- und Megatrends, sondern alle gesellschaftlich relevanten Fragen von heute und morgen“, sagt die in Hamburg lebende und arbeitende Designerin Jette Joop.
Sie selbst hat Industriedesign in Kalifornien studiert, bevor sie zunächst unter anderem für Ralph Lauren in New York als Designerin arbeitete und sich schließlich 1996 in Hamburg mit Schmuck-, Schuh-, Taschen-, Damen- und Herren-Mode-Kollektionen sowie Parfum international erfolgreich selbstständig gemacht hat.
Ähnliche Ansichten vertritt auch Christine Kubatta: „Wir legen viel Wert auf künstlerische Momente und das ist auch das schöne an Düsseldorf“, erklärt sie. Denn der Messe- und Modestandort hat auch kulturell viel zu bieten. „Mode ist ein Kulturphänomen und unsere Studierenden finden hier auch außerhalb der Seminarräume die Möglichkeit, ein Auge und Ohr am Trendverlauf zu haben“, weiß die Düsseldorfer AMD-Leiterin.
Am Puls der Zeit zu sein, Trends aufzuspüren und neue zu schaffen, ist eine der größten Herausforderungen für die jungen Kreativen. „Wir befinden uns in einer Trendspirale, der Mix aus altem und neuem ist ein Thema.
Neue Trends können meiner Meinung nach durch besondere Materialien geschaffen werden, ähnlich wie im Autodesign, wo durch neue Energiequellen völlig neue Design-Gedanken aufkommen: „Ich stelle mir gerade ein Material vor, das im Winter und im Sommer die Temperatur selbst reguliert. Dann könnte man schöne Anzüge entwerfen und bräuchte im Winter keinen Mantel darüber anzuziehen“, sagt Jette Joop im Gespräch mit unserer Zeitung.
Praktika in den Modemetropolen
Wer sich für Modedesign interessiert, sollte dabei auch den Blick über den Tellerrand nicht scheuen. So beinhaltet das Studium ein dreimonatiges Praktikum, um Praxiserfahrung zu gewinnen. Viele Studierende verbinden diese Praxisphase mit einem Auslandsaufenthalt in den internationalen Modemetropolen wie London, New York oder Paris.
„Wir haben zum Beispiel eine Absolventin, die bei Alexander McQueen gearbeitet hat und sich inzwischen mit ihrem eigenen Label in London erfolgreich am Markt behauptet“, freut sich Kubatta. Auch hierzulande und nicht zuletzt am Rhein finden viele Modedesigner ein attraktives berufliches Umfeld vor.
„Etliche unserer Absolventen designen beispielsweise für verschiedene Marken großer Modekaufhäuser, die in Düsseldorf ihren Stammsitz haben, oder haben in der Region ihre eigenen Geschäfte gegründet“, berichtet Kubatta. Ebenfalls wichtig für den Erfolg ist die richtige Marketing-Strategie. „Unsere Absolventen schließen ihr Studium mit einer eigenen Kollektion ab.
Es geht dabei auch um die Kunst, ihre Produkte gezielt zu inszenieren“, hebt Kubatta hervor. Ziel eines Modedesignstudiums eines jeden Designers sollte neben der Auseinandersetzung mit Gestaltung, der Präsentation und Inszenierung sowie der Entwicklung branchenspezifischer Kompetenzen die Ausbildung einer eigenen künstlerischen Handschrift sein.
Der Blick in die Vereinigten Staaten
In New York City bietet das LIM College bereits seit einigen Jahren spezielle Studiengänge zum Mode- und Luxusgüter-Marketing, -Management und -Merchandising an. Die Hochschule gilt international als eine der führenden im Bereich der Wirtschafts- und Modeausbildung. Seit dem vergangenem Studienjahr gibt es ein Master-of-Business-Administration- Programm (MBA), das auf Führungspositionen innerhalb der Modeindustrie zugeschnitten ist.
Damit werde, so Elizabeth S. Marcuse, Präsidentin der Hochschule in Manhattan, der wachsende Bedarf der amerikanischen Einzelhandels- und Modeindustrie bedient, in der größere Firmen zurzeit planen, verstärkt Mitarbeiter mit einem MBA-Abschluss anzustellen. Damit soll eine Lücke gefüllt werden.
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