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Ist mein Job in Gefahr?: Warnsignale des Arbeitgebers erkennen

zuletzt aktualisiert: 02.05.2005 - 14:58

Berlin (rpo). Heutzutage kann sich kaum mehr einer auf seinem Arbeitsplatz ausruhen. War einem einst die Stelle bis zur Rente hin sicher, fragen sich mittlerweile viele: Wie sicher ist mein Job? Denn aus Wettbewerbsgründen sparen viele Unternehmen massiv an Personal. Stellen werden abgebaut und Arbeiten ins billigere Ausland verlagert. Für die Betroffenen kommt das Aus oft völlig überraschend. Muss es aber nicht, wenn man einige Warnsignale des Arbeitgebers früh genug erkennt.

"Wer sie ernst nimmt, kann entsprechend reagieren, sein Standing in der Firma und auf dem Stellenmarkt verbessern und damit seine Jobsicherheit erhöhen", berichtet Torsten Knödler, Ökonom und Mitautor des Fachbuches "Überleben im Job" (Redline-Verlag, 13,90 Euro). Knödler rät, den Markt genau zu beobachten, in dem der Arbeitgeber agiert. Bauen andere Unternehmen der Branche Stellen ab? Bekommen weniger Hochschulabsolventen in der Firma eine Chance? Werden Ausbildungsstellen gestrichen? Gibt es kaum noch interne Stellenausschreibungen im Unternehmen? Wird an der Weiterbildung gespart? In diesen Fällen deute vieles darauf hin, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten stecke, sagt Knödler.

Entwicklung der Firma beobachten

Auch Sparmaßnahmen könnten ein Grund für Besorgnis sein. Wenn Investitionen gekürzt, Mehrarbeit nicht mehr vergütet, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen würden, sollten Arbeitnehmer die Lage als ernst einschätzen. Erst recht, wenn Aufträge ausblieben und Stammkunden sich zurückzögen. "Einzelne Punkte für sich genommen, müssen noch keine Gefahr darstellen", meint der Arbeitsmarktexperte. Sie könnten auch Ausdruck für allgemein gestiegenes Kostenbewusstsein sein. Aber eine Häufung sollte immer Anlass geben, die Entwicklung in der Firma genauer zu beobachten.

Vorsorge treffen: Auf Jobsuche gehen

Hellhörig sollte man nach Ansicht Knödlers auch dann werden, wenn die ersten Kollegen den Betrieb verlassen. Oft seien es Leistungsträger, die besser informiert sind und freiwillig gehen. Am besten, man schaue sich jetzt auch selbst vorsorglich nach einem neuen Job um. Der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel könne schon längst verpasst sein, wenn Kurzarbeit oder Zwangsurlaub angeordnet würden. Dann sei die Krise für niemanden mehr zu übersehen.

Offenkundig ist die Krise beim Arbeitgeber Knödler zufolge auch dann, wenn Gehälter nicht mehr regelmäßig bezahlt werden oder Lieferanten ihre Waren zurückholen. In dieser Phase sei der Job akut in Gefahr. Eine neue Stelle zu finden dürfte jetzt aber viel schwerer sein, weil durch die Entlassungswelle viele Arbeitsuchende gleichzeitig auf den Markt drängten. Dann hätten diejenigen ihren Vorsprung bereits genutzt, die früh die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Quelle: afp

 
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