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Jobsuche: Was Bewerbern alles passieren kann

VON SIMONE JANSON - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 - 10:21

Düsseldorf (RPO). Unfreundliche Absagen oder gar keine Reaktionen, kuriose Vorstellungsgespräche unentschlossene Arbeitgeber: Jobsuche ist häufig frustrierend und die Wirtschaftskrise macht die Situation für Bewerber nicht besser. Doch wie verliert man trotz dieser Widrigkeiten nicht den Mut?

Annette Gerlach kennt sie alle aus eigener Erfahrung, die kuriosen Situationen bei der Jobsuche. Die Diplom-Betriebswirtin und Personalreferentin schreibt derzeit acht bis zehn Bewerbungen pro Woche, deutschlandweit.

Mit Erfolg: Gerade hat sie ihr letztes Vorstellungsgespräch hinter sich gebracht - und ist im Bewerbungsprozess eine Runde weiter. Dabei war sie vom Ablauf des Gesprächs erst wenig überzeugt: "Es hat gerade mal 27 Minuten gedauert. Der Personaler hat die Fragen einfach durchgetaktet und ich habe die ganze Zeit geredet", berichtet Gerlach.

"Da fragt man sich im ersten Moment schon, warum man eigentlich 550 Kilometer gefahren ist!" Als dann die positive Rückmeldung kam, war die Bewerberin überrascht: Man müsse eben, so ihr Fazit, immer erstmal abwarten was kommt. "Denn Personaler schätzen ein Gespräch oft besser ein, als man selbst!"

Gewundert hat Annette Gerlach sich oft genug. Anfang Juli etwa hat sie vier Tage lang zur Probe bei einer Kommune gearbeitet, für eine Stelle als Jobcoach: "Doch mir konnte keiner sagen, ob die Stelle überhaupt frei ist." Am Schluss zog die Personalfachfrau entnervt ihre Bewerbung zurück.

Anfang September sei die Stelle wieder ausgeschrieben gewesen. Ein weiteres Vorstellungsgespräch hat sie kürzlich in einer DB-Lounge geführt: "Da muss man als Bewerber mit der Geräuschkulisse klarkommen," berichtet sie. Und vor wenigen Tagen hat Gerlach Unterlagen zurückerhalten - von einer zwei Jahre alten Bewerbung.

Nicht persönlich nehmen

Doch die Betriebswirtin versucht, die negativen Erlebnisse nicht persönlich zu nehmen: "Personaler sind auch nur Menschen - und oft nur kleine Rädchen im Unternehmen," weiß Gerlach durch ihre Erfahrung von der anderen Seite des Schreibtischs. Oft hätten sie einfach zu wenig Zeit, um die hohen Stapel an Bewerbungen angemessenen abzuarbeiten. Oder zu wenig Einfluss auf die Stellenpolitik im Unternehmen.

Dennoch gibt sie zu, dass viele Kollegen eher verschlossen sind oder den Bewerbern gegenüber keinerlei Wertschätzung zeigen - zum Beispiel, indem sie mit einem fingierten Profil in Online-Netzwerken nach Kandidaten suchen. "Dadurch fühlen sich Bewerber als Mensch nicht ernst genommen und demotiviert", warnt Gerlach. Das führe schließlich dazu, dass Unternehmen auf einschlägigen Websites negativ bewertet würden.

Annette Gerlach tritt daher offen für den Dialog zwischen Bewerbern und Personalern ein: Sie twittert und bloggt über ihre Bewerbungserfahrungen unter http://www.bewerbungstagebuch.annettegerlach.de. Seit 2005 betreut sie die Gruppe “Arbeitslos na und !? Mach Dich nicht kleiner als Du bist" im Online-Netzwerk Xing. Durch Xing hat sie auch ihren letzten Job gefunden, der gerade ausläuft.

Die Unternehmen reagieren auf ihre Online-Aktivitäten gemischt: "Die eher konservativen Kollegen warnen mich, zu offen zu sein," berichtet Gerlach. Viele andere jedoch fänden ihr Engagement absolut super. "Und das sind wahrscheinlich die Unternehmen, die zu mir passen."

Quelle: rpo

 
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