Männer können von Frauen lernen: Weiblich, sozial, erfolgreich
zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 - 15:47Köln (RPO). Typisch männliches Verhalten ist im Beruf nicht immer von Vorteil. Im Arbeitsalltag seien in vielen Branchen immer öfter Eigenschaften gefragt, die als klassisch weiblich gelten, sagt die Trainerin Susanne Kleinhenz aus Köln. "Das gilt zum Beispiel für soziale Kompetenzen."
Kleinhenz plädiert dafür, dass beide Geschlechter voneinander lernen. In vielen Berufen reiche es heute nicht mehr, fachlich kompetent zu sein. Von den Mitarbeitern werde zum Beispiel auch erwartet, gekonnt mit Kunden umgehen zu können. "Dafür sind Menschen mit Fingerspitzengefühl und Empathie gefragt."
Gerade im Vertrieb und Verkauf haben Frauen nach Einschätzung der Expertin viele Fähigkeiten, durch die sie besser sein können als Männer: "Männer sollten mit Kunden "weiblicher" umgehen", empfahl Kleinhenz. "Sie behandeln ihr Gegenüber häufig herablassend, vor allem wenn sie merken, dass sie selbst der Sachkundigere sind." Das könne Kunden und Geschäftspartner aber vor den Kopf stoßen.
Insbesondere, wenn Männer beruflich mit Frauen zu tun haben, gebe es noch erheblichen Verbesserungsbedarf im eigenen Kommunikationsverhalten: Was Männer möglicherweise als "hartnäckig" empfinden, kommt bei Frauen als "penetrant" an - und schon kann ein Verkaufsgespräch zu Ende sein.
Männer könnten von Frauen aber auch lernen, Fehler effizienter zu analysieren: "Frauen sind selbstkritischer. Wenn etwas schiefläuft, fragen sie sich "Was habe ich falsch gemacht?"" Männer dagegen übersehen oft, dass sie selbst möglicherweise die Fehlerursache sind. Stattdessen reagierten sie oft mit Aggression auf Misserfolge - was dann kein bisschen weiterhilft.
Auch beim Thema Problemlösung seien Frauen häufig nachhaltiger erfolgreich: Männer suchten in der Regel nach einer schnellen Lösung, sobald sie von einem Problem erfahren haben. "Frauen sprechen ausführlich über Probleme und haben dadurch die Möglichkeit, auf mehrere Lösungsalternativen zu kommen", sagte Kleinhenz. Diese "Prozessorientierung" sei langfristig erfolgreicher.
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