Job-Knigge: Wer im Treppenhaus vorgeht
zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 13:39Norderstedt (RPO). Frauen haben nicht automatisch den Vortritt. Ganz im Gegenteil, denn es kann sogar höflicher sein, wenn die Frau dem Mann vorgehen lässt. Dieser Fall kann öfters vorkommen, wenn man sich im Treppenhaus begegnet.
Wie so oft komme es auch hier darauf an, ob sich die Situation im Privat- oder im Berufsleben abspiele, erklärt Bettina Angerer, Etikette-Trainerin aus Norderstedt. Im Arbeitsalltag richte sich die Etikette hier nach den Aspekten Sicherheit und Hierarchie. Das heißt, die Sicherheit desjenigen, der in der Hierarchie höher gestellt ist, ist wichtiger.
Deswegen geht der Abteilungsleiter vor dem gewöhnlichen Mitarbeiter die Treppe hinauf, aber hinter seinem Unterstellten wieder herab. Sollte er fallen, kann sein Mitarbeiter in stützen. Hierbei spielt das Geschlecht der beiden überhaupt keine Rolle.
Genauso verhalte es sich mit Kunden und Lieferanten, erläutert Etikette-Trainerin Angerer. Der Lieferant folgt die Treppe hoch, seine Sicherheit steht niedriger im Kurs. Der Kunde jedoch ist König und schreitet die Treppe hinauf voran.
Kann der Kunde sich einfach selbst die Tür öffnen, wenn er einmal oben angekommen ist? Streng genommen, müsse man warten, sagt Angerer. Denn der zuvorkommende Gastgeber sollte seinen Gästen die Tür aufhalten. Aber hier komme es auch immer auf die räumlichen Gegebenheiten an und was praktisch sei, so die Etikette-Expertin.
Im Privatleben gilt allerdings eine ganz andere Hierarchie. Hier richtet sich das Verhalten nach Geschlecht und Alter. Das bedeutet, dass die Sicherheit der Frau genauso wie das Alter der Beteiligten die Abfolge auf der Treppe beeinflusst.
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