Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Toll – ein anderer macht's?: Wie Sie Teamarbeit überleben

VON SIMONE JANSON - zuletzt aktualisiert: 11.10.2010 - 10:10

Düsseldorf (RPO). Toll – ein anderer macht's. Das ist die Bedeutung, die viele hinter vorgehaltener Hand dem Wort "Team" zuschreiben. Denn die Zusammenarbeit mit anderen wird oft mit endlosen Diskussionen und wenig Ergebnis assoziiert. Dabei könnte man mit weniger Egoismus Vieles besser machen.

Die Hamburger Unternehmensberater Svenja Hofert und Thorsten Visbal wollten genauer wissen, warum Teamarbeit in Deutschland so unbeliebt ist. In einer aktuellen Umfrage unter 104 Personen unterschiedlicher Hierarchieebenen und Berufsgruppen fanden Sie heraus: In der Praxis ist der Erfolg des Zusammenarbeitens durch Egoismus, Machtbedürfnisse sowie eine zu geringe Übernahme von Verantwortung durch einzelne Teammitglieder gestört. Ändern muss sich daher vor allem die in Deutschland vorherrschende Einzelkämpfer-Mentalität.

Rund die Hälfte der von Hofert und Visbal befragten Personen arbeitet alleine effizienter als im Team. Der durchschnittliche Wert auf einer Skala von 1 (Einzelkämpfer) bis 10 (Teamliebhaber) betrug 5,4, wobei Angestellte ohne Personalverantwortung die Teamarbeit mit 5,8 am positivsten bewerten. Selbstständige und Führungskräfte waren mit 5,3 und 5,1 weniger teamaffin. Die Personengruppe der normalen Angestellten ohne Führungsverantwortung arbeitet gern mit Kollegen, stört sich aber nichtsdestotrotz an den Nebenwirkungen.

36 Prozent aller Befragten nervt ineffizientes Arbeiten. Als negative Teamerlebnisse wurden ineffiziente Umsetzung (23 Prozent) und schlechte Kommunikation genannt (16 Prozent). Unproduktive Meetings sind mit 7 Prozent ein weiteres Team-Hemmnis.

„Das Ergebnis zeigt, dass Teamarbeit in der Praxis sehr oft nicht funktioniert“, sagt Svenja Hofert. „Schuld daran hat auch die in Deutschland vorherrschende Überzeugung, dass Teamarbeiter zwar in den Stelleninseraten gesucht würden, in Wahrheit aber Einzelkämpfer Karriere machten.“ Dies sei in Deutschland ausgeprägter als in anderen Ländern. Die Ursache dafür liegt laut Hofert darin, dass immer noch vor allem die Leistung des Einzelnen bewertet würde, nicht die des Teams.

„Hier muss vor allem eine Veränderung in den Köpfen stattfinden“, so Thorsten Visbal. „Ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Teamzufriedenheit liegt daran, dass Kollegen die Kompetenzen der anderen Teammitglieder erkennen und schätzen lernen.“

Die beiden Berater, Autoren des Buches „Ich hasse Teams! Wie Sie die Woche mit Kollegen überleben“ ermittelten allerdings auch ein Geheimrezept für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Team: Wertschätzung gegenüber Teammitgliedern. Ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang auf Augenhöhe, gekennzeichnet durch Ehrlichkeit und Anerkennung wird vielfach gewünscht, aber selten in der Praxis eingelöst. Egoistisches Verhalten, Machtstreben und die Faulheit Einzelner sorgt stattdessen dafür, dass die Teamarbeit an sich in Frage gestellt wird.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Wir Ärzte wollen aus dem Generalverdacht raus"

Interview mit Ärztepräsident Montgomery

"Wir Ärzte wollen aus dem Generalverdacht raus"

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery spricht im Interview mit unserer Redaktion über Korruption im Gesundheitswesen, die Vergabe von Studi ... mehr 

Darum kann man am Montag keine Brötchen kaufen

Neues Ladenöffnungsgesetz

Am Montag gibts keine Brötchen zu kaufen

Am Pfingstwochenende wirkt sich erstmals die Novellierung des Ladenöffnungsgesetzes in NRW aus. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Interview mit Ärztepräsident Montgomery

"Wir Ärzte wollen aus dem Generalverdacht raus"

Neues Ladenöffnungsgesetz

Am Montag gibts keine Brötchen zu kaufen

Firmen reagieren auf öffentlichen Druck

Die Reue der Textilkonzerne

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Top-Services
 
Politik-Nachrichten

Familienpolitik im Fokus

Union will Vätermonate ausweiten

Junge Väter sollen sich nach der Geburt eines Kindes künftig noch länger um ihr Baby kümmern können. VON Birgit Marschall und Eva Quadbeck  mehr

 

Innenministerkonferenz startet am Mittwoch

Friedrich will Hassprediger ausweisen

Vor Beginn der Innenministerkonferenz am kommenden Mittwoch hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) über Pläne gesprochen, über eine Reform des Aufenthaltsgesetzes die Ausweisung islamistischer Hassprediger zu erleichtern. mehr

 
 

Vor der Landtagswahl in Bayern

Seehofer fürchtet die Verwandtenaffäre

 

Kommentar zur Polizeiarbeit in NRW

Fahndung der Polizei muss besser werden

 

CDU fürchtet "tickende Zeitbomben"

In NRW sind 7500 Haftbefehle nicht vollstreckt

 

Neues Ladenöffnungsgesetz

Am Montag gibts keine Brötchen zu kaufen

 

SPD-Kanzlerkandidat gibt sich vorsichtig

Auch Steinbrück fürchtet die AfD

Strom-Rechner

kWh
vergleichen
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE