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Studie: Wo es die meisten Chefinnen gibt

zuletzt aktualisiert: 16.03.2010 - 10:50

Darmstadt (RPO). Mit einer Frauenquote will die Deutsche Telekom als erstes Dax-Unternehmen den Frauenanteil in der Chefetage erhöhen. Der ist vor allem in den großen Unternehmen weiterhin verschwindend gering. Doch die Anzahl der Chefinnen in Deutschland variiert stark nach Bundesland.

Einer Studie zufolge steigt die Zahl der Managerinnen zumindest in den unteren Ebenen kontinuierlich an. Eine Männerbastion bleiben weiterhin die großen Unternehmen. Hier bleibt der Anteil weiblicher Topmanager sehr gering und steigt langsamer als in der übrigen Wirtschaft.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Frauen in Führungspositionen", die Hoppenstedt Firmeninformationen seit 15 Jahren durchführt. Dazu wurden eine Firmendatenbank mit 300.000 Unternehmen und einer Million Führungskräften ausgewertet.

Ost-West-Gefälle

Betrachtet man den Frauenanteil nach Bundesländern, ergibt sich ein deutliches Ost-West- und ein leichtes Nord-Süd-Gefälle: Die neuen Bundesländer und Berlin weisen den höchsten Anteil an Frauen im Management auf. Die nördlichen alten Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Bremen bilden zusammen mit Nordrhein-Westfalen das Schlusslicht der Tabelle.

Für das Ost-West-Gefälle sind auch strukturelle Gründe verantwortlich: In Ostdeutschland gibt es einen sehr großen Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, die generell mehr Frauen in Führungspositionen beschäftigen als Großunternehmen. Dazu kommt, dass Frauen schon zu DDR-Zeiten deutlich häufiger berufstätig waren als im Westen und damit eine andere Ausgangsbasis existiert hat.

Dax-Chefetagen fast frauenfrei

Während der Frauenanteil im Management seit 1995 kontinuierlich steigt und sich von 8,17 Prozent auf jetzt 19,56 Prozent mehr als verdoppelt hat, ist der Anteil von Frauen im Topmanagement von Großunternehmen mit mehr als 20 Millionen Euro Umsatz lediglich von 3,2 auf 5,9 Prozent gestiegen und war zwischenzeitlich sogar rückläufig.

Bei Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz liegt der Anteil sogar nur bei aktuell 3,5 Prozent - und bei Aktiengesellschaften mit Notierung in einem der Dax-Indices nur bei 3,15 Prozent. Bei den Dax30-Unternehmen wurde zum Stichtag nur eine einzige Frau im Topmanagement geführt. Es handelt sich um Barbara Kux, Vorstandsmitglied der Siemens AG.

Der Anteil von über 30-jährigen Frauen im Management steigt leicht an. Nach wie vor gibt es jedoch einen starken Knick: Während der Frauenanteil bei den 20- bis 30-jährigen Führungskräften immerhin fast 25 Prozent erreicht, sackt er bei den 30- bis 40-jährigen auf knapp 17 Prozent ab und nimmt dann für jede Altersdekade weiter ab.

Frauen nehmen sehr stark Führungsaufgaben in den Bereich Personalwesen, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing war. Dagegen sind sie beispielsweise im technischen Bereich wie der Forschung und Entwicklung nur gering vertreten.

Quotenregelungen im Ausland

Eine Vorreiterrolle nimmt Norwegen ein: Dort wurde 2008 per Gesetz allen börsenotierten Unternehmen eine Frauenquote im Aufsichtsrat von 40 Prozent verordnet.

Frankreich hat im Januar 2010 ein Gesetz zur Einführung einer verbindlichen Frauenquote von 20 Prozent nach drei und 40 Prozent nach sechs Jahren in den Kontrollgremien börsennotierter Gesellschaften und öffentlicher Unternehmen verabschiedet.

In Finnland müssen seit diesem Jahr Vertreter beider Geschlechter in Aufsichtsräte berufen werden. In staatlichen Betrieben liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten bereits seit 2006 bei 40 Prozent.

In den Niederlanden müssen Unternehmen bis 2016 eine 30-prozentige Frauenquote umgesetzt haben.

In Belgien, Österreich, Schweden und Spanien wurden entsprechende Gesetzesinitiativen in die Wege geleitet.

Quelle: ots/mais

 
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