Welche Jobaussichten habe ich in Zukunft mit meinem Studienfach? Das möchten alle Studienanfänger wissen. Der Berufsforscher Michael Weegen von der Universität Duisburg-Essen hat gemeinsam mit dem Magazin "Stern" die 27 beliebtesten Studienfächer auf ihre Berufsperspektiven getestet. Wir zeigen Ihnen die Studienfächer mit den besten Aussichten.
1. Bauingenieurswesen
Bis 2014 werden pro Jahr nicht mehr als 5000 Bauingenieure fertig, das ist ein Rekordtief. Außerdem ist jeder dritte Bauingenieur über 50 Jahre alt. Viele werden also in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen und der Branche geht es gut.
Fazit: Junge Bauingenieure müssen sich nicht sorgen.
2. Elektrotechnik
Das Interesse an dem Studienfach hat nachgelassen. Im Studienjahr 2006/7 haben sich nur 14.000 Studenten eingeschrieben. In sechs Jahren werden nur rund 8000 ihren Abschluss machen. Dafür verlassen bis 2014 rund 50.000 Elektroingenieure den Arbeitsmarkt. Für viele Stellen wird der Nachwuchs fehlen.
Fazit: Beste Jobaussichten
3. Humanmedizin
Uns gehen die Ärzte aus. Bis 2014 sinkt die Absolventenzahl auf knapp 8500. Das sind 3000 weniger als im Rekordjahr 1993. Der Fachkräftemangel wird durch Arbeitszeitverkürzungen in Kliniken verstärkt. Der Markt ist leer.
Fazit: Für Ärzte besteht Vollbeschäftigung.
4. Informatik
Die Zahl der Uni-Anfänger hat sich seit 2000 halbiert. Deshalb sinkt auch die Absolventenzahl. Noch ist unklar, wie sich der Bachelor auswirkt. Doch die Branche sucht auf jeden Fall qualifizierten Nachwuchs.
Fazit: Gute Jobaussichten
5. Maschinenbau
Die Zahl der Studienanfänger sinkt leicht, sie liegt bei rund 30.000. 2014 werden 18.000 Maschinenbauer fertig sein. Mehr als 65.000 Maschinenbauer gehen bis 2014 in Rente, viele zieht es ins Ausland. Die Folge ist ein Mangel an Fachkräften.
Fazit: Maschinenbauer sind die Gewinner der Globalisierung.
6. Mathematik
Bisher schafften nur rund 25 Prozent aller Studienanfänger das Studium. Durch den Bachelor könnte die Quote bis rund 40 Prozent steigen. Zwar wird es mehr Berufsanfänger geben als Mathematiker, die in Rente gehen. Doch die Aussichten sind dennoch gut.
Fazit: Gute Analytiker finden in vielen Branchen Jobangebote.
7. Physik
Die Zahl der Anfänger sinkt leicht. Doch die Zahl der Absolventen steige bis zum Jahr 2014 bis zu 3500 pro Jahr an. Dennoch finden Physiker in vielen Branchen gut bezahlte Jobangebote. Arbeitslosigkeit gibt es in diesem Berufszweig so gut wie gar nicht.
Fazit: Physiker sind die unauffälligen Gewinner auf dem Arbeitsmarkt.
8. Wirtschaftsingenieurwesen
Der Studiengang ist gefragt, 14.000 Studenten starteten mit diesem Fach. 8000 werden 2014 fertig sein. Auch wenn es wenig Bedarf gibt, die vorhandenen Stellen zu ersetzen haben Wirtschaftsingenieure gute Chancen. Sie werden in der Logistik, in der Produktion und in der Materialwirtschaft gebraucht und das weltweit.
Fazit: Das schwierige Studium lohnt sich.
9. Verwaltungswesen
Wer die Aufnahmeprüfung schafft, braucht nur drei Jahre bis zum Abschluss. Weniger als 10.000 machen jedes Jahr den Abschluss. Weil der öffentliche Dienst kaum noch einstellt, ist Qualifikation des wichtigste Kriterium.
Fazit: Wer es schafft, hat eigentlich eine Jobgarantie beim Staat.
10. Zahnmedizin
Hier weist die ZVS weiter die Studienplätze zu. Pro Jahr werden bis 2014 maximal 1900 Zahnärzte fertig. Mindestens 1800 Zahnärzte gehen jedes Jahr in Rente. Zwar sind neue Praxen unwahrscheinlich, dennoch herrscht Vollbeschäftigung und viele Zahnärzte gehen ins Ausland.
Fazit: Zahnärzte haben gute Perspektiven.