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Wolfsburg
Betriebsrat kritisiert VW-Manager

Wolfsburg. Der Graben in Wolfsburg scheint tief zu sein. Der Rückruf-Termin wackelt derweil.

Die bei Volkswagen mächtige Arbeitnehmerseite hat abermals öffentlich die Führungsqualitäten des neuen VW-Markenchefs Herbert Diess kritisiert. Osterloh sieht sich wiederholt von Diess ausgegrenzt und fürchtet daher um den Frieden in den Reihen der Mitarbeiter. "In Teilen funktioniert die Abstimmung mit uns als Betriebsrat nicht richtig. Wie soll dann die Belegschaft vernünftig im Boot sein? Da muss Dr. Diess seine Manager entsprechend ausrichten", sagte Osterloh.

Er übte nicht nur Kritik an atmosphärischen Dingen. Auch Pläne des Managements wies er als abwegig zurück. Dazu zähle, die Produktivität 2016 um zehn Prozent zu verbessern. Der große Einfluss des Betriebsrates ist historisch bedingt. Die Keimzelle des Konzerns entstand unter den Nazis mit enteignetem Gewerkschaftsvermögen. Die Arbeitnehmerseite hat bis heute Sonderrechte, etwa Blockademöglichkeiten im Aufsichtsrat.

Derweil wächst auch hierzulande der politische Druck auf VW. So lässt Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) derzeit mehrere mögliche Neuregelungen als Lehren aus dem Abgas-Skandal überprüfen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will derweil dafür sorgen, dass sich technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, künftig in einer Rotation abwechseln. Die VW-Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Indes gerät der Starttermin für die Rückrufe der manipulierten Diesel in Gefahr. VW will Ende dieser Woche die ersten Wagen in die Werkstatt rufen. Doch die nötigen Postadressen der Halter hatte das KBA am Montag noch nicht freigegeben.

(dpa)
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