Neun Betriebe betroffen: Blauzungenkrankheit in Deutschland ausgebrochen
zuletzt aktualisiert: 21.08.2006 - 17:24Berlin (rpo). In Deutschland ist die Tierseuche "Blauzungenkrankheit" ausgebrochen. Neun Betriebe in Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Acht Höfe melden den Befall ihres Rinderbestandes, das neunte Unternehmen ist ein Schafhof. Ursprünglich war die Krankheit in den Niederlanden und Belgien aufgekommen.
Von den Abwehrmaßnahmen sind neben Nordrhein-Westfalen auch Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland betroffen. Bereits am Freitag hatte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf wegen des Ausbruchs der Viruserkrankung im holländischen Kerkrade ein Transportverbot für Rinder, Schafe und Ziegen im Grenzgebiet erlassen. Von den jetzt durch Tests im nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems als befallen identifizierten Höfen liegen nach Angaben der Stadt Aachen fünf in deren Stadtgebiet.
Die betroffenen Betriebe seien gesperrt worden, teilte das Bundesministerium mit. Am Nachmittag sollte die EU-Kommission mit den Mitgliedstaaten über weitere Maßnahmen beraten. Rund um die gesperrten Höfe wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von 100 Kilometern sowie ein Beobachtungsbezirk von weiteren 50 Kilometern gezogen, wie das hessische Umweltministerium berichtete. Innerhalb des Beobachtungsgebiets liegen rund 1.600 landwirtschaftliche Betriebe.
Die Blauzungenkrankheit ist nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums für Menschen ungefährlich. Sie wird hauptsächlich durch Stechmücken der Gattung Culicoides übertragen und befällt nur Wiederkäuer. Erstmals ist den Angaben zufolge die Blauzungenkrankheit jetzt in Holland, Belgien und Deutschland aufgetreten. Bisher seien vor allem die Mittelmeer-Anrainerländer wie Italien, Griechenland und die Türkei betroffen gewesen, da die Mücken warmes Klima bevorzugten. In der Regel erkranken nur Schafe ernsthaft, je nach Virustyp könne der Verlauf bei ihnen tödlich sein, erläuterte das Ministerium.
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) rief die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen auf, ihre Tiere abends und nachts im Stall zu halten. Die Stechmücken der Gattung Culicoides seien vor allem am späten Abend und am frühen Morgen aktiv und hielten sich vorwiegend im Freien auf. Conrad empfahl zudem den Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln, um die Rinder, Schafe und Ziegen vor Stichen zu schützen.
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