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München
BMW hofft auf Geldmaschine Luxusklasse

München. Die Oberklasse soll helfen, den digitalen Wandel beim Autobauer zu finanzieren.

BMW-Chef Harald Krüger will den Autobauer mit einer schrittweisen Weiterentwicklung für den wachsenden Konkurrenzdruck in der Branche wappnen. "In einem komplexen Wettbewerbsumfeld wird sich der Kostenwettbewerb weiter verschärfen", sagte Krüger bei der Bilanzvorlage. Neben der wachsenden Konkurrenz in der Oberklasse drängten auch neue, branchenfremde Spieler mit aggressivem Auftreten und großen finanziellen Spielräumen auf den Markt. Hinzu komme die andauernde wirtschaftliche und politische Unsicherheit. "Wir brauchen daher höchste Flexibilität, um in einem ungewissen Umfeld Kurs halten zu können", sagte Krüger.

Neue Technologien und digitale Dienste veränderten zwar heutige Geschäftsfelder, doch werde der Wandel nicht abrupt eintreten, so Krüger. Daher werde man weiter mehrgleisig unterwegs sein. BMW will stärker ins autonome Fahren investieren und die Entwicklung der E-Mobilität vorantreiben. Aber der Verbrennungsmotor dürfte nach Einschätzung Krügers noch auf Jahre hinaus wichtig sein.

Mit dem Projekt i2.0 soll das automatisierte Fahren vorangetrieben werden, und auch neue Mobilitätsdienstleistungen sowie die Beteiligung an erfolgversprechenden Start-ups stehen auf Krügers Agenda. Zugleich wolle man Wachstums-chancen in renditestarken Segmenten wie der Luxusklasse nutzen, sagte Krüger. Mit der will Krüger das Geld für den Wandel verdienen. Vor Zinsen und Steuern sollen wie bisher acht bis zehn Prozent vom Umsatz übrig bleiben. Für die Umsatzrendite vor Steuern strebt der Konzernchef ab 2017 mindestens zehn Prozent an.

Im vergangenen Jahr verkaufte der bayerische Hersteller rund 2,2 Millionen Autos und damit so viele wie nie zuvor. Der Umsatz kletterte um fast 15 Prozent auf etwa 92,2 Milliarden Euro und das Vorsteuerergebnis legte um knapp sechs Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdiente BMW rund 6,4 Milliarden Euro und damit zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Konzernchef Krüger profitiert vom Rekordjahr des Autobauers und erhält für 2015 gut 6,2 Millionen Euro an Bezügen. Im vergangenen Jahr hatte er als Produktionschef noch rund zwei Millionen Euro weniger bezogen, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Krüger steht seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze des Dax-Konzerns. Sein Vorgänger Norbert Reithofer hatte sich mit einem Rekordgehalt für 2014 verabschiedet. Für sein letztes volles Jahr als BMW-Chef bekam der Manager gut 7,2 Millionen Euro. Für 2007, sein erstes komplettes Jahr an der BMW-Spitze, hatte Reithofer Bezüge in Höhe von knapp 3,8 Millionen Euro erhalten.

(dpa)
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