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München
BMW schenkt sich zum Jubiläum autonomes Auto

München. Mit einem Ausblick auf das Auto der Zukunft hat BMW den 100. Jahrestag der Unternehmensgründung gefeiert. Vorstandschef Harald Krüger stellte gestern das Visionsfahrzeug "BMW Vision Next 100" vor. Es werde autonom fahren und könnte in 20 bis 30 Jahren auf den Markt kommen. Das Auto werde zum "digitalen Chauffeur". Der Fahrer kann ihm das Steuer überlassen, muss es aber nicht. "Wir wollen jeden Fahrer zu einem besseren Fahrer machen", so BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk.

Die Technik zeigt dem Fahrer die Ideallinie und die optimale Geschwindigkeit. Auf der Windschutzscheibe erscheint ein digitales Abbild der Umgebung, das auch im Nebel die Straße zeigt und vor Hindernissen hinter der nächsten Kurve warnt. Im Stau, im Stop-and-go-Verkehr oder auf der Autobahn kann der Fahrer das Steuer dem Computer übergeben und seine Zeit nutzen. In Kalifornien akzeptiert der Gesetzgeber das bereits. Im "BMW Vision" klappt das Lenkrad ein, die Sitze von Fahrer und Mitfahrer drehen sich schräg zueinander. Der Fahrer kann arbeiten.

Äußerlich ist das Zukunftsauto an den abgedeckten Rädern zu erkennen, der Luftwiderstand ist so geringer, das spart Energie. Riesige Flügeltüren erleichtern das Einsteigen. Der nierenförmige Kühlergrill bleibt als Markenzeichen, enthält jetzt aber Sensoren und Kameras.

Alle Konzerne haben sich inzwischen auf die Digitalisierung eingestellt. Gemeinsam haben BMW, Audi und Daimler den Kartendienst Here gekauft, der mit stetigem Datenaustausch vernetzter Autos autonomes Fahren ermöglicht und den Herstellern Daten und Ideen für neue Dienstleistungen liefert.

In den BMW-Werken standen gestern viele Bänder still, damit sich die Mitarbeiter die Übertragung der Jubiläumsfeier in der Münchner Olympiahalle anschauen können. Dort wurden 2000 Gäste erwartet, darunter die Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt. Kanzlerin Angela Merkel hatte wegen des EU-Gipfels abgesagt.

(dpa)
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