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Dividenden-Rekorde
So viel verdienten Anleger noch nie zuvor

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Anleger erhalten von deutschen Aktiengesellschaften in diesem Jahr Rekord-Dividenden. 41,7 Milliarden Euro werden einer Studie zufolge 2015 ausgeschüttet. Es profitieren jedoch nur wenige.

Das geht aus einer am Montag in Frankfurt am Main vorgestellten Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) hervor. Die bisherige Bestmarke von 38,2 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008 werde damit um mehr als neun Prozent übertroffen.

Im Vergleich zum Vorjahr, als deutsche Aktiengesellschaften 37,7 Milliarden Euro an Dividenden ausgaben, bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 13 Prozent. Den Großteil der Dividenden 2014 schütten die Unternehmen aus Deutschlands erster Aktienliga, dem Deutschen Aktienindex (Dax), aus: fast 30 Milliarden Euro. Der Versicherungskonzern Allianz beteiligt seine Anleger mit insgesamt über 3,1 Milliarden Euro am Gewinn und zahlt damit so viel wie kein anderes Dax-Unternehmen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Technikgigant Siemens mit rund 2,9 Milliarden Euro und der Autobauer Daimler mit etwa 2,6 Milliarden Euro.

Allianz ist Spitzenreiter

Auch was die Höhe der Auszahlung pro Aktie betrifft, ist die Allianz Spitzenreiter im Dax: 6,85 Euro bekommen Anleger für ein Wertpapier 2015. Bei Siemens sind es 3,30 Euro und bei Daimler 2,45 Euro.

Die Gesellschaften der nachgeordneten Indizes MDax und TecDax stellten ebenfalls neue Rekorde auf: Anleger im MDax dürfen sich der Studie zufolge über insgesamt 6,8 Milliarden Euro freuen; die Dividenden im TecDax werden auf 1,4 Milliarden Euro steigen. Einzig der SDax, quasi die dritte deutsche Aktienliga, wird keine neue Bestmarke aufstellen. Mit insgesamt rund 935 Millionen Euro liegt die Ausschüttung knapp unter den Werten von 2007 und 2008.

Während die Summe der Dividenden insgesamt neue Höhen erreichte, sind die Dividendenrenditen - der prozentuale Anteil der Dividende am Aktienkurs - der Studie zufolge tendenziell gefallen und hielten nicht mit den Kursanstiegen der letzten Jahre schritt. Für die Indizes Dax, MDax, TechDax und SDax liegt sie laut Studie 2015 durchschnittlich etwa bei 2,3 Prozent. 2009 hatte die Dividendenrendite im Dax noch bei knapp vier Prozent gelegen; im SDax 2012 sogar bei über 5,5 Prozent.

"Lange Zeit wurde der Dividende hierzulande keine allzu große Bedeutung zugemessen", sagte DSW-Direktor Roland Klose. In den letzten Jahre habe sich die Sicht auf die Gewinnausschüttung aber geändert. Zudem würden die "extrem niedrigen" Zinsen in der Eurozone aktuell die Renaissance der Dividenden "befeuern".

Von Dividenden profitiert nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Es seien insbesondere die Vermögenden, die ihr Geld an der Börse anlegten und so "überproportional" von Kurssteigerungen und Dividendenausschüttungen profitierten, sagte Klose. Insgesamt seien nur rund zehn Prozent des Vermögens privater Haushalte in Deutschland in Aktien investiert.

Studien-Autor Christian Röhl warnte trotz Rekord-Dividenden davor, sie als die "neuen Zinsen" anzupreisen. Anleger müssten oft "extrem gute Nerven" haben, um langfristig von den Ausschüttungen zu profitieren. Eine hohe Dividendenrendite könne auch ein Hinweis darauf sein, dass Unternehmen Probleme mit ihrem Geschäftsmodell haben.

(AFP)
 
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