| 18.23 Uhr

Börsenbeben
Dax stürzt dramatisch ab

Die größten Dax-Tagesverluste
Die größten Dax-Tagesverluste FOTO: AP
Frankfurt. Die Angst vor einem drastischen Konjunktureinbruch in China hat an den Börsen eine Panikspirale in Gang gesetzt. Dax und andere Indizes büßten am Montag Jahresgewinne ein.

Sorgen um die sich abkühlende chinesische Konjunktur und mögliche Folgen für die Weltwirtschaft haben die Börsen am Montag weltweit auf Talfahrt geschickt. Nach heftigen Verlusten an den asiatischen Handelsplätzen sackten auch die europäischen Börsen stark ab. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss mit 4,70 Prozent im Minus. An den Börsen in Amerika setzte sich der Negativtrend fort.

Nach einem schwarzen Montag in Shanghai schloss der Leitindex Shanghai Composite 8,49 Prozent im Minus - womit sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne verloren gingen. In Hongkong fiel der Hang Seng Index um 5,17 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Mai 2014. Der Nikkei Index in Tokio verlor 4,61 Prozent.

Mit Börsenöffnung in Europa setzte sich die Entwicklung fort. Der Dax rutschte gleich zum Auftakt um mehr als drei Prozent ab und geriet damit zum ersten Mal seit Januar unter die 10.000-Punkte-Marke. Am Nachmittag stürzte er zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent ab, bevor er sich etwas fing und bei 9648 Punkten schloss.

Die Börse in London ging mit minus 4,67 Prozent aus dem Handel, die Pariser Börse mit minus 5,35 Prozent. Die Börse in Athen schloss - auch wegen der politischen Unsicherheit vor den Wahlen im nächsten Monat - mit 10,54 Prozent im Minus.

An der New Yorker Wall Street stürzte der Leitindex Dow Jones zum Handelsbeginn um 5,75 Prozent ab, der Technologieindex Nasdaq brach zunächst um fast acht Prozent ein. Bis zum Mittag erholten sich beide Indizes allerdings deutlich und lagen bei minus 2,89 und minus 2,70 Prozent.

Zu den Kursrückgängen in den USA trug auch der Ölpreis bei, der für die US-Sorte West Texas Intermediate unter die psychologisch wichtige Marke von 40 Dollar pro Barrel (159 Liter) fiel und damit auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Auch an den beiden wichtigsten Börsen Lateinamerikas gaben die Kurse aus Sorge vor einer sinkenden Rohstoffnachfrage Chinas stark nach. Der Leitindex im brasilianischen São Paulo fiel zum Handelsbeginn um 6,49 Prozent, Mexikos Leitindex verlor 2,18 Prozent.

Die europäischen Börsen werden bereits seit Mitte des Monats stark von der Lage in China beeinträchtigt. Die Sorge, dass sich die chinesische Konjunktur merklich abkühlen und damit die Weltwirtschaft insgesamt bremsen könnte, wurde von der überraschenden Abwertung des Yuan durch die chinesische Zentralbank am 11. August weiter befeuert. Hinzu kommt, dass diverse Maßnahmen der chinesischen Behörden zur Stabilisierung der heimischen Finanzmärkte bislang nicht fruchten. Am Freitag sorgte der schlechte Augustwert eines wichtigen chinesischen Industriebarometers für weitere Unruhe.

Am Sonntag kündigte Peking an, dass auch der staatliche Pensionsfonds künftig Aktien kaufen darf. Er kann bis zu 30 Prozent seiner Reserven einsetzen - Ende 2014 war der Fonds umgerechnet rund 480 Milliarden Euro schwer. Doch eine Beruhigung der Märkte gelang auch mit dieser Maßnahme nicht.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht zumindest für die deutsche Wirtschaft unmittelbar nur "geringe" Auswirkungen, wie eine Sprecherin sagte. Zwar seien Exporte nach China wichtig für Deutschland, doch machten sie lediglich 6,6 Prozent aller Ausfuhren aus.

(AFP)
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