Finanzkrise: Borussia-Dortmund-Aktie stürzt mehr als 25 Prozent
zuletzt aktualisiert: 17.02.2005 - 09:39Dortmund (rpo). Die Aktie des börsennotierten Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) verlor heute morgen 25,3 Prozent. Gegen 11.15 Uhr notierte das Papier bei 1,98 Euro. Der Verein sieht sich in seiner Existenz bedroht. Von Juli bis Dezember 2004 habe es einen operativen Verlust von 27,2 Millionen Euro erwirtschaftet, teilte das Unternehmen mit.
Ohne Sanierungsbemühungen sei für Ende Juni 2005 ein Gesamtfehlbetrag von 68,8 Millionen Euro zu erwarten. Damit wären rund 79 Prozent des eingezahlten Kapitals der Aktionäre verbraucht.
Da keine Investoren für den Rückkauf des Westfalenstadions gefunden worden seien, stünden die Mittel zur Bedienung teilweise bereits fälliger Verpflichtungen und zur Abdeckung notwendiger Investitionen bis Jahresmitte nicht zur Verfügung, erklärte der BVB. Der Verein befinde sich in Gesprächen mit den Gläubigern.
Im Zuge der Finanzkrise war erst vor wenigen Tagen der BVB-Geschäftsführer und langjährige Vereinspräsident Gerd Niebaum von seinem Amt zurückgetreten. Als Nachfolger Niebaums wurde der bisherige Schatzmeister Joachim Watzke berufen.
Der auf Fußballanleihen spezialisierte Londoner Finanzier Stephen Schechter hat unterdessen seine Kontakte zum BVB wieder abgebrochen. "Es gibt keine Beziehung mehr zu Borussia Dortmund", sagte der Investment-Banker dem "Handelsblatt". Schechter nannte einen Vertrauensbruch des Dortmunder Präsidiums als Grund für das Ende der Verhandlungen. Ein für Donnerstag angesetztes Treffen hat Schechter abgesagt.
Der Präsident des finanziell angeschlagenen Fußballklubs, Reinhard Rauball, hatte noch am Dienstag öffentlich gesagt, dass es wieder Verhandlungen mit Schechter über eine Anleihe gebe. Das sieht der Londoner Banker "möglicherweise als Bruch der Wertpapierhandelsgesetze" an, auch sei es nicht mit ihm abgesprochen.
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