| 13.09 Uhr

Studie
Brexit kostet Deutschland Wachstum

Brexit kostet Deutschland Wachstum: 2017 rund einen Viertelprozentpunkt
Das Referendum um den Austritt Großbritanniens aus der EU hat schon jetzt wirtschaftliche Folgen nach sich gezogen. FOTO: dpa, ar pro tmk
Exklusiv | Berlin. Der EU-Austritt Großbritanniens wird das deutsche Wirtschaftswachstum nach einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bereits 2017 um rund einen Viertelprozentpunkt verringern. Von Birgit Marschall

Das geht aus Berechnungen des Instituts hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Die Forscher nennen als unmittelbare Folgen der Brexit-Entscheidung die deutliche Abwertung des Pfundes gegenüber dem Euro und den starken Wachstumsrückgang in Großbritannien. Beides führe in Deutschland zu Wachstumsverlusten, noch bevor der Brexit vollzogen sei.

Für ihre Berechnungen nahmen die Forscher an, dass das Pfund dauerhaft um zehn Prozent gegenüber dem Euro abwertet. Zudem wachse die britische Wirtschaft 2017 nur noch um 0,5 Prozent.

Die Pfund-Abwertung verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen. Deshalb dürften die deutschen Exporte 2017 um neun Prozent sinken. Doch auch die Importe nach Deutschland würden wegen der starken Vorleistungsverflechtungen um 3,5 Prozent zurückgehen. "Der geschätzte Rückgang der deutschen Exporte und Importe in das Vereinigte Königreich dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung für sich genommen um rund einen Viertelprozentpunkt geringer ausfallen lassen", so die IW-Studie.

Käme es zum "harten" Brexit mit schlechteren Handelsregeln würde das deutsche Wachstum 2017 um einen halben Prozentpunkt geschmälert. Zeichne sich dagegen ein "weicher" Brexit ab , käme es nur zum Wachstumsverlust von 0,14 Prozentpunkt.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Brexit kostet Deutschland Wachstum: 2017 rund einen Viertelprozentpunkt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.