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Gute Arbeitsmarktlage
Arbeitsagentur rechnet mit 1,9 Milliarden Euro Plus

Bundesarbeitsagentur rechnet mit 1,9 Milliarden Euro Plus
Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. FOTO: AP, AP
Berlin. Die gute Situation am Arbeitsmarkt könnte der Bundesagentur für Arbeit (BA) bis zum Jahresende ein unerwartet komfortables Finanzpolster bescheren. "Wenn das zweite Halbjahr so laufen würde wie das erste, könnte der Überschuss bei 1,9 Milliarden Euro liegen", sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise unserer Redaktion. Von Jan Drebes

Er schränkte jedoch ein, dass die Anzahl der Konjunktive in dem Satz deutlich mache, "dass bei der schwierigen europäischen und internationalen Lage eine treffsichere Voraussage kaum möglich ist und noch Unwägbarkeiten kommen können". Gemeint sind etwa die Krisen in Griechenland und der Ukraine.

Grund für den dennoch positiven Ausblick ist die hohe Bereitschaft deutscher Unternehmen, weiterhin Personal einzustellen. Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bedeuten mehr Beitragszahler in der Arbeitslosenversicherung und damit mehr Einnahmen für die BA.

Bisher hatte die Behörde für 2015 mit Einnahmen in Höhe von insgesamt 35,12 Milliarden und einem Ausgabenvolumen von 33,2 Milliarden Euro gerechnet – also mit einem Überschuss in Höhe von 1,42 Milliarden Euro. Das geht aus einem Bericht für den Haushaltsausschuss hervor. Doch vor einer Woche hatte die Arbeitsagentur gemeldet, dass der Arbeitsmarkt so gut dastehe wie seit 1991 nicht mehr.

Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 51.000 auf 2,711 Millionen – 122.000 weniger als im Juni vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging damit auf 6,2 Prozent zurück, die Einnahmen sprudeln weiter. Geplant ist, dass der Überschuss direkt in die Rücklagen der Versicherung fließen soll, um für etwaige Krisen gewappnet zu sein.

Gleichzeitig will die BA investieren. So sollen Flüchtlinge und in Deutschland geduldete Personen, die eine Arbeitsgenehmigung haben, schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Um das zu organisieren, sollen bei der BA weitere Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte eingestellt werden, hieß es.

Quelle: RP
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