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Düsseldorf
Bundesbankerin Buch: Noch Baustellen an Finanzmärkten

Düsseldorf. Auf dem Weg zu einer größeren Finanzstabilität hat Europa nach Einschätzung von Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch zwar schon einiges erreicht. "Aber wir haben auch noch Baustellen", räumte Buch beim Jahresempfang der Bundesbank-Hauptverwaltung NRW in Düsseldorf ein. Dazu gehörten die Vervollständigung der Bankenunion sowie die Stärkung privater Haftungsmechanismen. Die Märkte müssten stärker für Eigenkapital geöffnet werden, weil so Risiken besser verteilt und gleichzeitig mehr Möglichkeiten geschaffen würden, Innovation und Wachstum zu finanzieren. Bei der Datenerhebung gelte es Lücken zu schließen, beispielsweise am Immobilienmarkt. Die Bundesbank habe registriert, dass die Preise in einigen Ballungsgebieten teils deutlich gestiegen seien.

Mehr Stabilität im Finanzsektor ist ein Thema, das die Branche bewegt. Ein anderes ist das Thema Digitalisierung. Die werde "unseren Arbeitsalltag stärker verändern, als vielen von uns das heute bewusst ist", sagte Margarete Müller, die Präsidentin der Bundesbank-Hauptverwaltung in NRW. Abseits aller technischen Veränderungen, die Kosten in Milliardenhöhe verursachen, sprach sie davon, dass in der vernetzten Welt mit immer rascher verfügbaren Informationen nur noch gemeinsam Lösungen gefunden werden könnten. "Es geht in Zukunft weniger um Fachgebiete und Hierarchien, sondern vielmehr darum, flexible Teams mit einem breiten Wissensspektrum zu bilden, die gemeinsam in einer vernetzten Arbeitskultur an den Projekten des Unternehmens arbeiten", so Müller.

Sie verteidigte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, der im Zusammenhang mit den Überlegungen zur Abschaffung des 500-Euro-Scheins gesagt hatte: "Freiheit stirbt scheibchenweise." Der Bürger solle die Freiheit haben, das Zahlungsmittel seiner Wahl zu nutzen, sagte Müller. Zuvor hatte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) erklärt, aus seiner Sicht habe Thiele "ein wenig übertrieben". Duins Ministerkollege Norbert Walter-Borjans hatte bereits 2015 ein Bargeldlimit angeregt, als Mittel zur Bekämpfung von Geldwäsche.

(gw)
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