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Barcelona
China-Konzern ZTE will in der Bundesliga werben

Barcelona. Software wird bei künftigen Handys immer wichtiger, wogegen ein Wettbewerbsvorteil mit anfassbaren Gerätebestandteilen ("Hardware") immer schwerer zu erreichen ist. Gleichzeitig wird es mit Smartphones der Mittelklasse für 300 oder 400 Euro immer einfacher, die Spitzenklasse wie das iPhone herauszufordern. Dies erklärt zum Abschluss der Mobilfunkmesse in Barcelona ZTE-Vorstand Jacky Zhang. Er ist bei dem nach Huawei zweitgrößten Technologiekonzern Chinas zuständig für das Handygeschäft in Europa, Afrika sowie Asien (außer dem Heimatmarkt). Dabei will ZTE Huawei in einer Reihe von Ländern vom Platz als drittwichtigster Smartphone-Hersteller hinter Samsung und Apple verdrängen. Zhang: "In Spanien, Russland, Thailand oder Australien läuft es schon sehr gut, und wir werden in den nächsten Jahren viel mehr für Marketing ausgeben. Darum rechnen wir damit, dieses Jahr weltweit bis zu 70 Millionen Smartphones statt 56 Millionen in 2015 zu verkaufen." Von Reinhard Kowalewsky

Weltweit liegt ZTE mit einem Marktanteil von knapp drei Prozent bisher erst auf Platz 6 hinter Samsung, Apple sowie den drei chinesischen Wettbewerbern Huawei, Lenovo und Xiaomi. In Deutschland ist die aus Düsseldorf geleitete Landesgesellschaft von ZTE als Netzwerklieferant etwa für Telefónica Deutschland bekannt. Nun will ZTE stärker ins Sportsponsoring einsteigen, um die Bekanntheit zu erhöhen, die Firma will Partner eines Bundesligaclubs werden - so wie es bereits Konkurrent Huawei bei Borussia Dortmund vorgemacht hat.

Denn ZTE will sich wie Huawei davon befreien, überwiegend Smartphones an die Telefonkonzerne zu liefern, die dort unter Eigenmarken vertrieben werden. Zhang: "Die Kunden kaufen in Deutschland ihre Smartphones immer häufiger ohne Bindung an einen Vertrag - das ist für uns eine Chance."

Bei der Technik sieht Zhang Sprachsteuerung, die Verarbeitung von gesprochenen Sätzen sowie neue Sicherheitslösungen als wichtigste Trends. So führt er beim Gespräch auf seinem ZTE-Smartphone vor, wie in Deutsch gesagte Sätze direkt ins Englische übersetzt werden - das Ergebnis ist auch bei schwierigen Sätzen verblüffend gut.

Noch vor Apple hatte ZTE die Force-Touch-Technik auf dem Display eingeführt: Wenn man etwas heftiger drückt, wird ein Lied beispielsweise schneller vorgespult.

Auch beim Entsperren der Geräte geht das Unternehmen voran. Momentan können Smartphones bereits per Fingerabdruck entsperrt werden, ZTE arbeitet jedoch auch am Augen-Scan: Das Smartphone prüft dann mit einer Vermessung der Augen, ob der Nutzer auch wirklich autorisiert ist, das Gerät zu entsperren: "Fingerabdrücke lassen sich eher fälschen als der Blick eines Menschen", sagt Zhang, "darum ist Entriegelung per Iris-Scan aktuell die beste Sicherheitstechnik."

Quelle: RP
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