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Shanghai
China: Sondersteuer auf Luxusautos

Shanghai. Betroffen sind unter anderem die Topmodelle von BMW, Daimler und Audi.

Im Kampf gegen Luftverschmutzung und Protz erhebt China eine Sondersteuer von zehn Prozent auf Luxusautos. Dadurch solle die Verschwendung von Geld eingedämmt werden, teilte das chinesische Finanzministerium mit. Die Steuer gilt ab sofort und für Fahrzeuge ab einem Preis von etwa 1,3 Millionen Yuan (rund 178.000 Euro). Davon betroffen sein dürften unter anderem die Luxusmodelle der deutschen Autobauer BMW, Daimler und Audi , die das Premiumsegment des chinesischen Automarktes dominieren, sowie die Nobelkarossen, die Ferrari, Aston Martin und Rolls-Royce in China verkaufen.

Analysten und Vertreter von Autokonzernen rechneten mit nur begrenzten Auswirkungen auf die Unternehmen. "Der Großteil unseres Geschäftes wird nicht betroffen sein", sagte ein Sprecher einer BMW-Niederlassung in Peking. Nur "ein kleiner Teil" der Autos, die BMW in China verkaufe, koste mehr als 1,3 Millionen Yuan. Für Luxus-Automarken wie Rolls Royce und Ferrari war der chinesische Markt der bis jetzt am schnellsten wachsende: In den vergangenen Jahren verbuchten sie jährliche Zuwachsraten zwischen 50 und 100 Prozent.

Die chinesische Führung, allen voran Präsident Xi Jinping, geht seit einigen Jahren gegen allzu großen Protz der Reichen im Lande vor. Auf den Verkauf von Luxusgütern wie Edel-Spirituosen und teure Handtaschen hat sich das bereits ausgewirkt. Auch Käufer von Luxusautos zahlen ohnehin schon eine Reihe von Steuern, darunter auch eine, die von der Größe des Motors abhängt. Sie kann bis zu 40 Prozent des Kaufpreises für das Fahrzeug ausmachen.

Die Steuer auf Nobelkarossen dürfte zwar nur die Superreichen in der Volksrepublik treffen. Doch ist sie ein weiteres Zeichen dafür, dass der kommunistischen Führung in China die Zurschaustellung von Reichtum ein Dorn im Auge ist. Gleichzeitig wollen Chinas Politiker den Konsum im Land ankurbeln, um weniger von Handel und Investoren aus dem Ausland abhängig zu sein.

(rtr(ap)
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