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Börsen
Chinas Währungsturbulenzen treffen Dax erneut hart

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Die jüngste Talfahrt beim Dax wegen der Sorgen um deutsche China-Exporte hat sich am Mittwoch noch einmal rasant beschleunigt. Der Leitindex brach zum Handelsschluss um 3,27 Prozent auf 10.925 Punkte ein und verzeichnete damit den bislang zweithöchsten Verlust in diesem Jahr.

Zeitweise notierte er am Mittwochnachmittag sogar unter 10.900 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um weitere 2,84 Prozent auf 20.235 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,54 Prozent auf 1713,92 Punkte.

Die Zeichen mehren sich, dass die chinesische Wirtschaft ernste Probleme hat: Nicht nur dass die Zentralbank die Landeswährung Yuan den zweiten Tag in Folge deutlich abwertete - das nationale Statistikamt berichtete auch über eine schwächer als erwartet gestiegene Industrieproduktion und ein enttäuschendes Wachstum im Einzelhandel. Unter den europäischen Indizes sei der Dax von der jüngsten Entwicklung in China besonders betroffen, weil Deutschland als starkes Exportland natürlich am meisten von China abhänge und die Wettbewerbsfähigkeit bei einem schwächeren Yuan und ebenfalls wieder stärkeren Euro leide, sagte ein Börsianer.

Die Aktien von Autokonzernen, für die China ein extrem wichtiger Absatzmarkt ist, gerieten nach ihrem Vortagesrutsch erneut unter die Räder: So knickten die Papiere von Daimler um weitere 4,87 Prozent ein. Continental verloren 4,69 Prozent.

Abgeschlagenes Dax-Schlusslicht waren jedoch die Aktien von Henkel mit minus 8,97 Prozent. Die Aktionäre hatten sich vom zweiten Quartal deutlich mehr erhofft. Insbesondere das Klebstoff-Geschäft und das Geschäft in den Schwellenländern waren nicht nach dem Geschmack der Analysten verlaufen.

Die Anteilsscheine von Eon landeten nach Vorlage von Halbjahreszahlen an der Dax-Spitze und das mit einem Minus von 0,34 Prozent. Ungeachtet großer Herausforderungen scheint bei dem Versorger derzeit alles nach Plan zu laufen, was Anleger beruhigte.

Der EuroStoxx 50 rutschte um 3,35 Prozent auf 3484,41 Punkte ab. Der Cac-40-Index in Paris brach ebenfalls ein. Verluste gab es auch beim FTSE-100-Index in London. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss über 1 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,44 (Dienstag: 0,48) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 139,71 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,36 Prozent auf 155,28 Punkte. Der Kurs des Euro kletterte zuletzt über 1,12 Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1155 (Dienstag: 1,1055) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8965 (0,9046) Euro.

(dpa)
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