| 13.40 Uhr

IWF-Chefin Lagarde
"Klimawandel - Wenn wir nichts tun, werden wir gegrillt"

Christine Lagarde: Dringender Handlungsbedarf beim Klimawandel
Christine Lagarde hält in Lima ihre vielbeachtete Rede. FOTO: ap
Lima . Selten hört man auf der internationalen Bühne derart deutliche Worte zum Thema Klimawandel: IWF-Chefin Christine Lagarde hat mit einer drastischen Formulierung dringende Schritte gegen die globale Erwärmung gefordert.

Sollte die Menschheit dem Klimawandel tatenlos zusehen, werde es ihr so ergehen wie dem peruanischen Geflügel, das die Teilnehmer des Jahrestreffens der Weltbankgruppe und des Internationalen Währungsfonds in Lima genössen, sagte Lagarde am Mittwoch auf der besagten Konferenz.

"Wenn wir kollektiv kneifen, werden wir uns alle in Hühnchen verwandeln und wir werden alle gebraten, gegrillt, getoastet und geröstet", sagte Lagarde während einer Podiumsdiskussion mit Weltbankpräsident Jim Yong Kim, UN-Klimageneralsekretärin Christiana Figueres sowie dem Ökonomen und Klimaexperten Nicholas Stern. Kim und Lagarde sprachen sich für eine Abkehr von Subventionen für fossile Brennstoffe und die Notwendigkeit von Verbrauchssteuern für Kohlenstoffemissionen aus. Die beiden stimmten überein, dass der Klimawandel eine große Herausforderung sei.

Finanzminister aus aller Welt und Vertreter von Zentralbanken kommen in diesen Tagen im peruanischen Lima zusammen, um bei dem gemeinsamen Jahrestreffen der Weltbank und des IWF miteinander zu diskutieren. Das Forum dauert noch bis Sonntag.

Kalifornien macht ernst mit dem Klimaschutz

Derweil hat Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown ein neues ehrgeiziges Klimaschutzgesetz in Kraft gesetzt. Der US-Bundesstaat habe bereits "bahnbrechende Schritte" unternommen, um Autos, Häuser und Geräte effizienter zu machen und mehr erneuerbare Energie zu erzeugen, sagte Brown am Mittwoch bei der Unterzeichnung des Gesetzes. Mit dem neuen Gesetz würden die ehrgeizigen Ziele nochmals "vertieft".

Kalifornien will bis zum Jahr 2030 die Hälfte seines Strombedarfs durch erneuerbare Energien decken, die Energieeffizienz von Gebäuden soll verdoppelt werden. Damit schaffe der Bundesstaat die Grundlage "für eine gesündere und nachhaltigere Zukunft für all unsere Familien", sagte Brown. Der Demokrat hatte ursprünglich vorgehabt, auch den Spritverbrauch auf Kaliforniens Straßen zu senken. Dies war jedoch am Widerstand der Ölindustrie gescheitert.

Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat gilt in den USA als Vorreiter beim Klimaschutz und hat sich schon mehrfach ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase in Kalifornien verglichen mit dem Stand von 1990 um 40 Prozent reduziert werden.

Die EU strebt ebenfalls eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes um 40 Prozent bis 2030 an. Die USA, die für zwölf Prozent des weltweiten Ausstoßes verantwortlich sind, wollen ihre Emissionen bis 2025 um 26 bis 28 Prozent verglichen mit dem Stand von 2005 reduzieren.

(ap/AFP)
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