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Köln
Covestro lockt Aktionäre mit höherer Dividende

Köln. Nach einem kräftigen Gewinnanstieg im vergangenen Jahr lockt der Börsenneuling Covestro Aktionäre mit der Aussicht auf höhere Dividenden. "Unser Ziel ist, die Dividende weiter zu steigern oder zumindest stabil zu halten", sagte Finanzchef Frank Lutz gestern. Für dieses Jahr sei eine höhere Ausschüttung bereits eingeplant. Für 2015 sollen die Aktionäre eine Gewinnbeteiligung von 70 Cent je Aktie erhalten, nachdem die Bayer-Kunststofftochter ihren Nettogewinn um mehr als ein Viertel auf 343 Millionen Euro nach oben geschraubt hat. "Wir waren wirtschaftlich sehr erfolgreich, haben alle gesteckten Ziele erreicht", zog Vorstandschef Patrick Thomas Bilanz. An der Börse kam das gut an, der Kurs von Covestro legte zu.

Bayer hatte das Unternehmen im Oktober aufs Parkett gebracht, es war der größte Börsengang in Deutschland seit 2007. Die Leverkusener besitzen noch rund 69 Prozent an Covestro. Die Haltefrist, zu der sich Bayer im Zuge des Börsengangs verpflichtet hatte, endet Anfang April. Langfristig will sich der Konzern vollständig von den Papieren trennen.

2015 profitierte der Kunststoffhersteller von einer kräftigen Nachfrage nach Polycarbonaten und von niedrigeren Rohstoffkosten. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) schoss um gut 40 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro nach oben. Der Umsatz lag bei 12,08 Milliarden Euro, ein Plus von 2,7 Prozent. Rund lief vor allem das Geschäft mit Polycarbonaten, die etwa in CDs, Skihelmen und Laptop-Gehäusen eingesetzt werden. Das Ergebnis hat sich hier 2015 mehr als verdreifacht.

Der Konzern profitierte zudem von fallenden Rohstoffpreisen und Währungseffekten. Im vierten Quartal machte Covestro aber wegen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Börsengang einen Nettoverlust von 84 Millionen Euro.

Covestro fertigt Vorprodukte für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Covestro-Kunststoffe finden sich im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen oder im Ball der Fußball-WM. Da der Konzern in seinen Geschäftsbereichen zu den Marktführern gehört, sind Zukäufe kartellrechtlich schwierig. Daher setze Covestro auf Wachstum aus eigener Kraft, sagte Thomas.

(rtr)
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