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Düsseldorf
Daimler-Chef Zetsche ist Spitzenverdiener im Dax

Düsseldorf. Deutsche Konzernlenker bekamen laut einer Studie 2015 im Schnitt 4,9 Millionen Euro. Schlusslicht ist der K+S-Chef. Von Maximilian Plück

Als der Autobauer Daimler vor wenigen Jahren in schwieriges Fahrwasser geriet, Gewinnwarnung auf Gewinnwarnung folgte, die Konkurrenz davonzog und die Daimler-Aktionäre immer unruhiger wurden, da schienen die Tage von Dieter Zetsche an der Konzernspitze gezählt. Der "Spiegel" zitierte damals einen Manager-Kollegen gar mit den Worten: "Der Dieter kann es nicht."

Die Episode aus 2012 wirkt heute nahezu unwirklich. Längst leuchtet der Daimler-Stern wieder hell, was sich auch in der Bezahlung des Chefs niederschlägt: Dieter Zetsche führt das alljährlich erhobene Gehalts-Ranking der Beratungsfirma Towers Watson an, das in den vergangenen Jahren regelmäßig vom früheren VW-Chef Martin Winterkon dominiert wurde. Die Unternehmensberater haben alle bis zum 11. März vorgestellten Bilanzen ausgewertet. Demnach kommt Zetsche auf 9,7 Millionen Euro - eine Steigerung um 15 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr (8,4 Millionen Euro). Unter der Führung des Daimler-Chefs hatte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 22 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro gesteigert. Auf Platz zwei folgt Merck-Chef Karl-Ludwig Kley. der künftig den Eon-Aufsichtsrat führt.

Schlusslicht im Vergütungs-Ranking ist der K+S-Chef Norbert Steiner. In einem turbulenten Jahr - dem Kasseler Rohstoffunternehmen gelang es mit Mühe, die feindliche Übernahme durch den kanadischen Düngemittelhersteller Potash abzuwehren - steigerte K+S zwar das Ebit um 22 Prozent auf 782 Millionen Euro. Steiners Vergütung, die um 200.000 Euro auf 2,3 Millionen stieg, ist trotzdem weiterhin die niedrigste aller Dax-Konzernlenker.

Im Schnitt haben Deutschlands Topmanager im vergangenen Jahr 4,9 Millionen Euro verdient - 2014 waren es 4,8 Millionen Euro gewesen. Der Gewinn der Börsenschwergewichte verringerte sich dagegen um sieben Prozent auf durchschnittlich 3,08 Milliarden Euro, wie aus der Studie hervorgeht.

Helmuth Uder von Towers Watson erklärte, die Vergütung der Unternehmenslenker und das Ergebnis der Börsenschwergewichte stünden im Einklang. Bei einem schlechten Ergebnis verdienten Vorstandschefs in der Regel weniger.

So strich zum Beispiel der Aufsichtsrat der Deutschen Bank dem Vorstand den Bonus. Wegen hoher Abschreibungen und neuer Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten hatte der Konzern im vergangenen Jahr 6,8 Milliarden Euro Verlust verbucht. Co-Chef Jürgen Fitschen, der das ganze Jahr im Amt war, verdiente 3,8 Millionen Euro nach 6,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Studie zufolge stiegen bei neun Dax-Konzernen Ergebnis und Vergütung, bei fünf sanken Ergebnis und Vergütung. Bei den anderen entwickelten sich die beiden Parameter nicht parallel. So verdiente etwa RWE-Chef Peter Terium den Angaben zufolge 4,6 Millionen Euro und damit ein Prozent mehr als 2014, obwohl der Energiekonzern einen Ergebnisrückgang verzeichnete und unter dem Strich in die roten Zahlen rutschte. Nach RWE-Angaben werden Teile der variablen Vergütung erst nach drei Jahren auf Basis langfristiger Kriterien ausgezahlt. Das sei 2015 der Fall gewesen.

Towers Watson legt bei seinen Berechnungen die Grundvergütung, Boni und die langfristige variable Vergütung der Topmanager zugrunde. Die Altersvorsorge ist nicht enthalten. Die Versorgungsleistungen seien nur schwer vergleichbar.

Quelle: RP
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