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Stuttgart
Daimler kürt Zetsches Kronprinz

Stuttgart. Ola Källenius soll als Entwicklungschef den letzten Schliff bekommen.

Bei Daimler werden die Weichen für den Generationswechsel an der Spitze zum Ende des Jahrzehnts gestellt. Konzernchef Dieter Zetsche (62) bleibt zwar drei weitere Jahre bis Ende 2019 am Steuer, wie der Aufsichtsrat gestern beschloss. Zugleich soll aber Vertriebsvorstand Ola Källenius ab 2017 das wichtige Ressort für Forschung und Pkw-Entwicklung übernehmen. Der langjährige Amtsinhaber Thomas Weber scheidet dann zum Ende seines Vertrags aus. Der Schwede Källenius, mit 46 Jahren jüngster Konzernvorstand, gilt als aussichtsreicher Kandidat, Zetsches Nachfolge 2020 anzutreten.

Mit dem Wechsel in die Entwicklung schärft der versierte Vertriebsmanager sein Profil und verbessert Insidern zufolge seine Chancen auf den Posten des Konzernchefs. Källenius leitet seit 2013 den Pkw-Vertrieb und stieg in dieser Funktion vor einem Jahr in den Vorstand auf. Er sei ohnehin schon auf der Kandidatenliste für die Zetsche-Nachfolge, erklärte ein Insider. Wenn er nun die Entwicklung übernähme, habe er ein sehr rundes Profil.

Anders als der promovierte Maschinenbau-Ingenieur Weber hat Källenius, Betriebswirt und Absolvent einer Managementschule, von seiner Ausbildung her keinen technischen Hintergrund. Als Leiter des Pkw-Werks in Tuscaloosa in den USA und Chef von Mercedes AMG, der Tochter für hochmotorisierte Sportwagen, hat er aber auch die Produktion bereits gemanagt. Mit seinen vielen technischen Stationen innerhalb des Konzerns habe Källenius die Expertise, Daimlers Position als Technologieführer zu festigen und auszubauen, erklärte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff.

"Daimler ist erfolgreich wie nie zuvor", sagte Bischoff unter Verweis auf den Rekordgewinn 2015. Das beweise, dass Zetsche die richtige Strategie verfolge. Der Aufsichtsrat hatte schon 2015 vereinbart, dass der Mann mit dem Schnauzbart den Konzern eine weitere Amtszeit führen soll. Zetsche ist seit 2006 im Amt und gehört mit einem Jahressalär von 14 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern der Wirtschaft.

(rtr)
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